Erstellt von Lana

Wem gehört Samsung? Eigentümer, Familie Lee und die Chaebol-Struktur

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

Samsung gehört keiner einzelnen Person und keinem einzelnen Unternehmen vollständig. Samsung Electronics ist börsennotiert und hat Tausende von Aktioneure. Den größten Einfluss übt jedoch nach wie vor die Gründerfamilie Lee aus, die über ein komplexes Netzwerk von Kreuz- und Konzernbeteiligungen rund 20 Prozent der Anteile an Samsung Electronics hält und damit die strategische Kontrolle über den Konzern behält.

Kurzantwort: Samsung Electronics ist börsennotiert (Korea Exchange). Den größten Einfluss hat die Gründerfamilie Lee mit rund 20 Prozent der Anteile über direkte und indirekte Beteiligungen. Aktueller Konzernchef ist Lee Jae-yong, Enkel des Gründers Lee Byung-chull.

Wem gehört Samsung Electronics?

Samsung Electronics ist an der koreanischen Börse (Korea Exchange) notiert. Die Eigentümerstruktur ist vielschichtig: Institutionelle Investoren, ausländische Fonds und Privatanleger halten zusammen rund 70 bis 80 Prozent der Aktien. Den größten strategischen Einfluss behält jedoch die Familie Lee.

Eigentümer Art der Beteiligung Einfluss
Familie Lee Direkt ca. 5% + indirekt über Konzernbeteiligungen ca. 20% Strategische Kontrolle
Institutionelle Investoren Börse (Korea Exchange) Ca. 70% der Aktien
Ausländische Investoren Börse Bedeutender Anteil am Streubesitz

Das Besondere an Samsung ist die sogenannte Chaebol-Struktur: Die Familie Lee hält direkt nur rund 5 Prozent der Aktien an Samsung Electronics, erhöht ihren effektiven Einfluss aber über Beteiligungen an anderen Konzerngesellschaften wie Samsung Life Insurance, Samsung C&T und Samsung SDI auf insgesamt rund 20 Prozent. Diese Kreuzbesitzstruktur ist typisch für südkoreanische Chaebol-Konzerne.

Was ist ein Chaebol?

Samsung ist der größte unter den südkoreanischen Chaebols. Als Chaebol bezeichnet man große Mischkonzerne, bei denen eine Familie erhebliche Anteile hält und die Konzernführung kontrolliert. Ähnliche Strukturen kennt man von Hyundai, LG oder SK. Die Chaebols haben Südkorea nach dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich aufgebaut: Ihre Umsätze entsprechen zusammen einem Großteil des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts. Samsung allein erwirtschaftet nach Schätzungen rund 20 Prozent des BIP Südkoreas, was dem Konzern in der heimischen Politik enormen Einfluss einbringt.

Wer ist Lee Jae-yong?

Lee Jae-yong, international auch als Jay Y. Lee bekannt, ist der Enkel des Samsung-Gründers und der de-facto-Chef des Konzerns. Sein Vater Lee Kun-hee übernahm Samsung nach dem Tod des Gründers 1987 und führte den Konzern zu globalem Ruhm. Nachdem Lee Kun-hee 2014 einen Herzinfarkt erlitt und 2020 verstarb, übernahm Lee Jae-yong die Konzernführung. Die Erbschaft war mit einer enormen Steuerlast verbunden: Die Lee-Familie musste rund 8,1 Milliarden US-Dollar Erbschaftssteuer zahlen, eine der höchsten Erbschaftssteuerzahlungen der Wirtschaftsgeschichte. Um diese zu begleichen, verkauften Familienmitglieder Samsung-Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

Lee Jae-yong selbst war in einen politischen Korruptionsskandal verwickelt, saite zweimal im Gefängnis und wurde 2022 begnadigt, weil die südkoreanische Regierung ihn als zu wichtig für die Wirtschaft betrachtete.

Die „Samsung-Republik“: Südkorea wird im In- und Ausland gelegentlich als „Samsung-Republik“ bezeichnet, weil der Konzern nicht nur Smartphones und Chips herstellt, sondern Hotels, Krankenhäuser, Werften, Versicherungen und Baufirmen betreibt. Die Umsätze der Samsung-Gruppe entsprechen etwa einem Fünftel des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts.

Die Geschichte von Samsung: Von getrocknetem Fisch zu Weltkonzern

Samsung wurde am 1. März 1938 von Lee Byung-chull in Daegu, Südkorea, gegründet. Mit einem Startkapital von 30.000 Won handelte das junge Unternehmen zunächst mit getrocknetem Fisch, Gemüse und Nudeln, die nach China exportiert wurden. Der Name Samsung bedeutet auf Koreanisch „Drei Sterne“ und sollte symbolisieren, dass das Unternehmen „groß, zahlreich und kraftvoll“ werden soll.

Lee Byung-chull hatte in Japan studiert und sich von den großen japanischen Industriekonzernen Mitsubishi („drei Rauten“) und Mitsui („drei Quellen“) inspirieren lassen. Er wollte ein ähnlich weitverzweigtes Industrieimperium aufbauen, und das gelang ihm.

Jahr Meilenstein
1938 Gründung in Daegu als Handelshaus (Fisch, Gemüse, Nudeln)
1950er Expansion in Zucker, Textilien, Versicherungen
1969 Gründung von Samsung Electronics
1987 Tod des Gründers; Übergabe an Sohn Lee Kun-hee
1990er Weltmarktführer bei Speicherchips und Displays
2000er Aufstieg zum globalen Smartphone-Marktführer
2020 Übergang an Lee Jae-yong nach Tod des Vaters

Samsung Electronics: Der Kern des Imperiums

Samsung Electronics ist das bei Weitem bedeutendste Unternehmen der Samsung-Gruppe und das Flaggschiff des Konzerns. Das Unternehmen zählt zu den größten Technologiekonzernen der Welt und ist Weltmarktführer in mehreren Kategorien: Samsung ist der größte Smartphone-Hersteller der Welt, der größte Hersteller von Halbleiterspeichern (DRAM, NAND-Flash), Marktführer bei OLED-Displays und einer der führenden Anbieter von Haußhaltsgeräten und Fernsehgeräten.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Samsung Electronics einen Jahresumsatz von rund 300,9 Billionen Koreanische Won (ca. 210 Milliarden Euro) bei einem Betriebsgewinn von 32,7 Billionen Won.

Was alles zu Samsung gehört

Die Samsung-Gruppe ist weit mehr als ein Elektronikhersteller. Unter ihrem Dach vereint sie über 60 Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen. Neben Samsung Electronics gehören zum Konzern unter anderem Samsung Life Insurance (einer der größten Lebensversicherer Koreas), Samsung Heavy Industries (Schiffbau), Samsung C&T (Bau und Handel), Samsung Biologics (Pharmaprodukion) sowie The Shilla Hotels & Resorts. Diese Diversifikation ist charakteristisch für südkoreanische Chaebols und unterscheidet Samsung grundlegend von westlichen Technologiekonzernen wie Apple oder Google.

Weitere Informationen zur Eigentümerstruktur anderer Unternehmen finden sich in den Artikeln Wem gehört Aldi und Wem gehört LinkedIn.

Foto: https://unsplash.com/de/fotos/weisses-und-graues-digitalgerat-HCoHGXiDMpE

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