Erstellt von Lana

Wem gehört LinkedIn? Eigentümer, Geschichte und Zahlen

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

LinkedIn gehört seit dem 8. Dezember 2016 vollständig zu Microsoft. Der Softwarekonzern aus Redmond, Washington, zahlte damals 26,2 Milliarden US-Dollar für das weltweit größte professionelle Netzwerk. Damit war es die bis dahin teuerste Übernahme in der Geschichte von Microsoft. LinkedIn operiert seitdem als eigenständige Einheit innerhalb des Microsoft-Konzerns, behält aber seine eigene Marke und Plattform.

Kurzantwort: LinkedIn gehört zu 100 Prozent dem US-Technologiekonzern Microsoft. Die Übernahme erfolgte am 8. Dezember 2016 für 26,2 Milliarden US-Dollar. LinkedIn bleibt eine eigenständige Marke unter dem Microsoft-Konzerndach.

Wer gehört zu Microsoft und damit zu LinkedIn?

Microsoft selbst ist ein börsennotiertes Unternehmen. Die größten Aktioneure sind institutionelle Investoren: Vanguard Group hält rund 8 Prozent, andere große Fondsgesellschaften wie BlackRock und State Street sind ebenfalls bedeutende Aktionäre. Zu den prominenten Einzelpersonen zählen der ehemalige CEO Steve Ballmer mit rund 4,5 Prozent und Mitgründer Bill Gates mit rund 0,9 Prozent. Aktueller CEO ist Satya Nadella, der seit 2014 an der Spitze des Konzerns steht.

Für LinkedIn als 100-prozentige Tochtergesellschaft bedeutet das: Die Eigentumsverhältnisse an LinkedIn sind identisch mit der Aktionursstruktur von Microsoft. Es gibt keinen separaten LinkedIn-Eigentümer oder -Aktionär.

Die Geschichte von LinkedIn: Von der Idee im Wohnzimmer zur Weltplattform

LinkedIn wurde am 28. Dezember 2002 im Wohnzimmer des Mitgründers Reid Hoffman in Mountain View, Kalifornien, konzipiert. Die Idee: eine professionelle Networking-Plattform, die Fachleute weltweit miteinander verbindet. Am 5. Mai 2003 ging die Website offiziell online. Damit ist LinkedIn älter als Facebook, was viele überrascht.

Neben Reid Hoffman zählen Allen Blue, Konstantin Guericke, Eric Ly und Jean-Luc Vaillant zu den fünf Gründern. Reid Hoffman war zu diesem Zeitpunkt bereits kein Unbekannter im Silicon Valley: Er hatte zuvor als Vizepräsident bei PayPal gearbeitet und war einer der ersten Investoren bei Facebook.

Jahr Meilenstein
2002 Gründung im Wohnzimmer von Reid Hoffman (Mountain View)
2003 Launch der Plattform am 5. Mai; älter als Facebook
2011 Börsengang an der NYSE (Ticker: LNKD) mit 353 Millionen Dollar Erlös
2016 Microsoft übernimmt LinkedIn für 26,2 Milliarden US-Dollar
2016 Abschluss der Übernahme am 8. Dezember 2016
2024 Über 1 Milliarde Nutzer in 200 Ländern; LinkedIn-Umsatz wächst um 10 Prozent

Warum kaufte Microsoft LinkedIn?

Für Microsoft war der Kauf von LinkedIn eine strategische Entscheidung. Zum Zeitpunkt der Übernahme im Jahr 2016 hatte LinkedIn rund 433 Millionen Mitglieder und galt als einzige globale Plattform für professionelles Networking. CEO Satya Nadella sah in der Verbindung von LinkedIn-Daten mit Microsofts Office-Produkten und dem Dynamics-CRM-System enormes Potenzial: LinkedIn-Profile können direkt in Outlook, Teams und anderen Microsoft-Anwendungen genutzt werden.

Der Kaufpreis von 196 US-Dollar pro Aktie lag knapp 50 Prozent über dem damaligen Börsenkurs. Für Microsoft war es eine der teuersten Akquisitionen der Konzerngeschichte, übertroffen erst 2023 durch die 69-Milliarden-Dollar-Übernahme von Activision Blizzard.

LinkedIn heute für Unternehmer: LinkedIn ist die wichtigste Plattform für B2B-Marketing, Recruiting und Personal Branding im deutschsprachigen Raum. Im DACH-Raum nutzen über 28 Millionen Menschen die Plattform. Für Geschäftsführer und Unternehmer ist ein aktives LinkedIn-Profil heute kein Bonus, sondern ein Basisinstrument der digitalen Geschäftsstrategie.

LinkedIn heute: Zahlen und Fakten

LinkedIn ist mit über einer Milliarde Nutzer in 200 Ländern und Regionen das größte professionelle Netzwerk der Welt. Die Plattform ist in 26 Sprachen verfügbar und wird weltweit von rund 20.000 Mitarbeitern betrieben. In Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen über 28 Millionen Menschen LinkedIn.

Die wichtigsten Nutzerländer sind die USA mit über 243 Millionen Mitgliedern, gefolgt von Indien und Brasilien. Die Mehrheit der Nutzer ist zwischen 25 und 34 Jahren alt, was LinkedIn zur wichtigsten Plattform für die berufstätige Kernzielgruppe macht.

Für Microsoft ist LinkedIn ein bedeutender Umsatzträger. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der LinkedIn-Umsatz um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. LinkedIn wird als Teil des Segments Productivity and Business Processes in den Microsoft-Geschäftsberichten ausgewiesen.

Wie verdient LinkedIn Geld?

LinkedIn generiert seine Erlöse auf drei Wegen. Erstens über Premium-Mitgliedschaften: Nutzer können gegen eine monatliche Gebühr auf erweiterte Funktionen zugreifen, etwa wer ihr Profil angesehen hat oder direkter Kontakt zu Fremden per InMail. Zweitens über Recruiting-Lösungen: Unternehmen zahlen für den Zugang zum Talent-Pool, mit Werkzeugen für Headhunter und HR-Abteilungen. Drittens über Werbung: LinkedIn bietet gezieltes B2B-Marketing auf Basis von Berufsbezeichnungen, Branchen und Unternehmensgröße, was es als Werbeplattform besonders für Geschäftskundenangebote attraktiv macht.

LinkedIn und Microsoft: Was hat sich seit der Übernahme verändert?

LinkedIn operiert nach wie vor als eigenständige Marke. Die Plattform hat ihre eigene Führung, ihr eigenes Design und ihre eigene Produktstrategie beibehalten. Gleichzeitig sind die Integration in das Microsoft-Ökosystem und die Nutzung von Microsoft-Infrastruktur deutlich ausgebaut worden. LinkedIn-Profile erscheinen in Microsoft Teams, Outlook zeigt LinkedIn-Informationen zu Kontakten an, und Microsoft Dynamics integriert LinkedIn-Daten für das CRM.

Was sich nicht geändert hat: LinkedIn ist weder eine Suchmaschine noch ein klassisches Social Network. Es bleibt die einzige globale Plattform, die ausschließlich auf professionelles Networking ausgerichtet ist, und hat damit eine nahezu monopolartige Stellung in seinem Segment.

Weitere Informationen zur Eigentümerstruktur anderer Unternehmen finden sich in den Artikeln Wem gehört Meta und Wem gehört ChatGPT.

Foto: https://unsplash.com/de/fotos/weiss-und-blau-beschriftete-box-JLj_NbvlDDo

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