Erstellt von Lana

Steht dm vor der Insolvenz? Die Fakten zur Lage des Drogeriemarkt-Riesen

In den vergangenen Monaten sorgten vermehrt Schlagzeilen über Insolvenzen in Deutschland für Verunsicherung. Selbst bekannte Handelsunternehmen gerieten in Schieflage. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Verbraucher, wie es um den Drogeriemarkt-Riesen dm steht: Ist dm-drogerie markt von Zahlungsschwierigkeiten betroffen oder sogar insolvent? Diese Frage steht im Raum, zumal Medienberichte oft in einem Atemzug dm und Insolvenzen erwähnen, etwa wenn Zulieferer von dm Insolvenz anmelden mussten. Wir beleuchten die aktuelle Situation des Unternehmens im Jahr 2025 anhand von Zahlen und Fakten und klären, ob für dm eine Pleitegefahr besteht.

Bereits vorweg lässt sich feststellen: Die Drogeriekette dm ist aktuell weder zahlungsunfähig noch von einer Insolvenz bedroht. Im Gegenteil, der Marktführer verzeichnet Wachstum und investiert kräftig in die Zukunft seines Geschäfts. Im Folgenden erläutern wir die Hintergründe, warum dm trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds stabil dasteht und was es mit den Insolvenzgerüchten auf sich hat.

Marktposition und aktuelle Geschäftszahlen von dm

dm-drogerie markt ist mit über 4.100 Filialen und rund 93.000 Beschäftigten der größte Drogeriekonzern Europas. Das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe wurde 1973 gegründet und hat sich über Jahrzehnte eine führende Marktposition erarbeitet. Seit 2010 ist dm gemessen am Umsatz die Nummer eins unter Deutschlands Drogeriemärkten, noch vor Wettbewerbern wie Rossmann und Müller. Historisch profitierte dm auch vom Ausscheiden früherer Konkurrenten: So meldete etwa die Drogeriekette Schlecker im Jahr 2012 Insolvenz an, wodurch dm seine Marktanteile weiter ausbauen konnte. Inzwischen hält dm über ein Viertel des gesamten Drogeriewarenmarktes in Deutschland, der Marktanteil liegt bei rund 27,5 Prozent.

Finanziell präsentiert sich dm äußerst robust. Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz. Europaweit wuchs der Umsatz um etwa acht Prozent auf rund 19,2 Milliarden Euro, in Deutschland legte der Umsatz auf 13,3 Milliarden Euro zu. Damit setzte dm den Wachstumskurs der Vorjahre fort. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2023/2024 lag der Deutschland-Umsatz bei etwa 12,5 Milliarden Euro – dm konnte also trotz allgemeiner Kaufzurückhaltung der Verbraucher seinen Erlös deutlich steigern. Die Geschäftsführung spricht von einem äußerst erfolgreichen Geschäftsjahr. Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung und Sohn des Firmengründers Götz Werner, zieht eine durchweg positive Bilanz: Man habe dank konsequenter Weiterentwicklung des Sortiments und neuer Services auch in einem unsicheren Umfeld Kundenzahlen, Umsatz und Marktanteile ausgebaut.

Auch weitere Kennzahlen zeigen ein gesundes Unternehmen. Rund 3,7 Millionen Haushalte kaufen europaweit täglich bei dm ein, davon 2,2 Millionen in Deutschland. Gleichzeitig verzeichnet dm im Online-Handel zweistellige Zuwachsraten – der E-Commerce-Umsatz wächst deutlich schneller als das stationäre Geschäft. Das Unternehmen beschäftigt europaweit über 93.000 Mitarbeiter, davon gut 63.600 in Deutschland. Die Zahl der Filialen ist 2025 auf 4.189 dm-Märkte in Europa gestiegen, davon 2.154 in Deutschland. Solche Expansionszahlen sind kaum mit einem kriselnden Unternehmen in Einklang zu bringen. Im Gegenteil signalisieren sie nachhaltiges Wachstum.

Ein weiterer Hinweis auf die solide Lage ist die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern. In Umfragen erreicht dm regelmäßig Bestwerte. 2025 wurde dm etwa in einer Studie zum beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands gekürt und zugleich zur beliebtesten Marke des Landes gewählt. Eine derartige Reputation aufzubauen und zu halten gelingt nur durch wirtschaftlichen Erfolg und Vertrauen – ein weiterer Indikator dafür, dass dm nicht vor dem Aus steht, sondern im Gegenteil als verlässlicher Händler wahrgenommen wird.

Insolvenzen in der Branche: Warum Gerüchte um dm entstanden

Warum aber taucht überhaupt die Frage nach einer möglichen Insolvenz von dm auf? Ein Grund sind die zahlreichen Insolvenzen in der deutschen Handels- und Konsumgüterbranche, die seit 2023 und 2024 Schlagzeilen machen. Die konjunkturelle Schwäche und Kaufzurückhaltung führten zu einem deutlichen Anstieg der Firmeninsolvenzen. Besonders der Einzelhandel war betroffen. Prominente Beispiele sind die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die Anfang 2024 erneut Insolvenz anmelden musste, oder Traditionshäuser wie das Berliner Kaufhaus KaDeWe. Solche Fälle schüren generell die Sorge, ob auch andere große Einzelhändler in Schwierigkeiten geraten könnten.

Zudem sorgen Medienberichte über insolvente Lieferanten von dm für Verwirrung. So meldete im Oktober 2025 der nachhaltige Zahnpflege-Hersteller Denttabs Insolvenz an – ein Berliner Startup, dessen Zahnputztabletten bei dm und Rossmann verkauft werden. Ähnliche Meldungen gab es im Frühjahr 2024 zur Traditionsmarke Töpfer, einem über 100 Jahre alten Babynahrungs-Hersteller, der ebenfalls Insolvenz beantragen musste. Schlagzeilen wie Produkte bei dm und Rossmann: Hersteller insolvent können beim flüchtigen Lesen den falschen Eindruck erwecken, dm selbst stecke in Schwierigkeiten. Tatsächlich beziehen sich diese Nachrichten aber nicht auf dm als Unternehmen, sondern auf einzelne Zulieferer, deren Produkte in den dm-Regalen stehen.

Dm ist von den genannten Hersteller-Insolvenzen nicht direkt finanziell betroffen. Im Gegenteil, die betroffenen Firmen gaben an, ihren Geschäftsbetrieb vorerst weiterzuführen, und dm listet deren Produkte weiterhin. Für dm bedeutet der Ausfall einzelner Lieferanten allenfalls, dass bestimmte Produkte zeitweise anders bezogen werden müssen. Die wirtschaftliche Gesamtlage des Drogeriekonzerns wird dadurch aber nicht gefährdet. Auch andere Drogeriehändler wie Rossmann oder Müller sind von solchen Vorfällen betroffen, ohne dass dies ein Zeichen von deren Insolvenz wäre.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt zudem, dass Drogerieketten-Insolvenzen in Deutschland die Ausnahme sind. Die Insolvenz der Schlecker-Kette 2012 war ein Sonderfall, der vor allem auf ein überholtes Geschäftsmodell und Managementfehler zurückzuführen war. dm hingegen setzte früh auf moderne Märkte, ein breites Sortiment und eine auf Mitarbeitermotivation ausgerichtete Kultur – Faktoren, die bis heute zur Stabilität beitragen. Seit dem Schlecker-Kollaps haben dm und Rossmann den freigewordenen Marktanteil übernommen und kontinuierlich expandiert. Anders als Schlecker damals steht dm heute auf einem grundsoliden finanziellen Fundament, was sich in den aktuellen Zahlen klar widerspiegelt.

Zusammenfassend entstehen Gerüchte um eine mögliche dm-Insolvenz hauptsächlich durch das allgemeine Insolvenzklima im Handel und missverständliche Berichte über Drittfirmen. Für dm selbst gibt es jedoch keinerlei Anzeichen einer akuten Krise. Im Gegenteil: Das Unternehmen wächst profitabel weiter.

Strategien und Investitionen: Warum dm so erfolgreich ist

Ein wesentlicher Grund für die robuste Lage von dm ist die vorausschauende Unternehmensstrategie. Anstatt auf kurzfristige Gewinne zu schielen, reinvestiert dm kontinuierlich in neue Angebote, Modernisierung und Expansion – ein Verhalten, das bei einem finanziell angeschlagenen Unternehmen kaum möglich wäre. Dm schließt jedes Geschäftsjahr mit Gewinn ab und verwendet einen beträchtlichen Teil davon für zukünftiges Wachstum.

Aktuell setzt dm verstärkt auf Diversifikation und Digitalisierung. So hat das Unternehmen 2025 bekanntgegeben, eine eigene Versand-Apotheke zu starten. Über eine in Tschechien gegründete dm-Apotheke will der Drogeriemarkt rezeptfreie Medikamente und apothekenexklusive Kosmetika online anbieten. Damit dringt dm in einen neuen Milliardenmarkt vor und umgeht elegante Hürden des deutschen Apothekensystems – ein Schritt, der zusätzliches Umsatzpotenzial verspricht. Parallel testet dm in ausgewählten Filialen innovative Gesundheitsservices wie Augenscreenings, KI-gestützte Hautanalysen und Bluttests vor Ort. Diese Ausweitung zum Gesundheitsanbieter soll dm noch breiter aufstellen und neue Kundengruppen ansprechen.

Zugleich investiert dm kräftig in die Modernisierung seiner Filialen und der Infrastruktur. Bis 2027 will dm flächendeckend Self-Service-Kassen einführen. Bereits jetzt wurden tausende Filialen um Abholstationen für Online-Bestellungen ergänzt, um Omnichannel-Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis zu bieten. Die dm-App wurde kontinuierlich verbessert und zählt schon über 12 Millionen Nutzer. Um die steigenden Online-Bestellungen logistisch zu bewältigen, baut dm ein zweites großes Versandlager in Deutschland auf. Bis Februar 2026 soll ein neues Online-Verteilzentrum in Heideloh bei Leipzig in Betrieb gehen. Das erste Zentrum im tschechischen Bor stieß an Kapazitätsgrenzen, was die Expansion nötig machte. Allein diese Projekte – neue Kassen, Abholstationen, Logistikzentren – erfordern massive Investitionen, die dm jedoch aus eigener Kraft stemmen kann.

Tatsächlich verfügt dm über reichlich finanzielle Mittel für solche Vorhaben. Im Geschäftsjahr 2024/2025 investierte das Unternehmen rund 200 Millionen Euro in Ausbau und Erneuerung. Für 2025/2026 hat dm angekündigt, die Investitionssumme nochmals zu steigern auf über 250 Millionen Euro, die vollständig aus dem operativen Cashflow bestritten werden sollen. Mit anderen Worten: dm kann seine Wachstumspläne aus den laufenden Gewinnen finanzieren und muss keine unrealistischen Kredite aufnehmen. Liquiditätsengpässe sind nicht erkennbar.

Auch externe Beobachter bestätigen dm’s finanzielle Verlässlichkeit. In der Immobilienbranche gilt dm beispielsweise als begehrter Mieter: Mit über 4.200 gemieteten Standorten in Europa zählt dm hinsichtlich Bonität und Zuverlässigkeit zu den Top-Mietern, die Investoren bevorzugt in ihren Objekten haben. Diese Einschätzung verdeutlicht, dass dm seinen Zahlungsverpflichtungen verlässlich nachkommt – ein weiteres starkes Signal gegen etwaige Zahlungsschwierigkeiten.

Nicht zuletzt hat dm eine besondere Unternehmenskultur, die zum Erfolg beiträgt. Der Firmengründer Götz Werner etablierte früh das Konzept der dialogischen Führung und stellte das Arbeitsklima über kurzfristige Profitmaximierung. Das Unternehmen investiert viel in Mitarbeiterschulungen und -zufriedenheit, was sich in geringer Fluktuation und hoher Motivation äußert. Zufriedene Mitarbeiter im Verkauf wiederum sorgen für gute Kundenbindung. Diese weichen Faktoren mögen in Zahlen schwer messbar sein, doch sie stützen die nachhaltige Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Insolvenzen entstehen selten in Firmen mit solch engagierter Belegschaft und positiver Kultur.

Fazit: Keine Anzeichen einer Pleitegefahr bei dm

Nach umfassender Betrachtung aller Fakten lässt sich klar festhalten: dm ist derzeit nicht insolvent und auch nicht von einer Insolvenz bedroht. Das Unternehmen erwirtschaftet steigende Umsätze, gewinnt Marktanteile hinzu und investiert aus eigenen Mitteln in seine Zukunft. Weder in den öffentlichen Geschäftsberichten noch in Medienrecherchen finden sich Hinweise auf Zahlungsprobleme, drastische Gewinneinbrüche oder andere Krisensymptome, die typischerweise Vorboten einer Pleite wären. Im Gegenteil, dm schließt das Geschäftsjahr 2024/2025 mit einem Rekordergebnis ab und startet auf einer soliden wirtschaftlichen Basis ins neue Geschäftsjahr.

Die Frage nach einer möglichen dm-Insolvenz erscheint vor allem aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds verständlich – viele Verbraucher sind angesichts zahlreicher Firmenpleiten verunsichert. Doch im Fall von dm geben alle Indikatoren Entwarnung. Selbstverständlich ist keine Firma vollkommen immun gegen zukünftige Risiken: Steigende Beschaffungskosten, verändertes Konsumverhalten oder ein harter Wettbewerb bleiben Herausforderungen auch für dm. Allerdings hat das Unternehmen bislang bewiesen, dass es sich an schwierige Rahmenbedingungen anpassen kann. Beispielsweise profitierte dm in der Corona-Pandemie von seinem breiten Sortiment und dem Ausbau des Online-Vertriebs, wodurch Einbußen durch Lockdowns abgefedert wurden. Und in der Inflation der Jahre 2022 und 2023 hielt dm an einer Dauerpreisstrategie fest, viele Artikel wurden nicht im Preis erhöht, was Kundenloyalität stärkte.

Insgesamt zeichnet sich dm-drogerie markt anno 2025 als kerngesundes Unternehmen mit langfristiger Strategie. Sollte es in Medien oder sozialen Netzwerken Gerüchte über eine angebliche dm-Pleite geben, stehen diese im klaren Widerspruch zur Realität der Geschäftszahlen. Kunden können also beruhigt sein: dm ist aktuell finanziell stabil. Anders als manche insolvente Konkurrenten aus dem Handel hat dm seine Hausaufgaben gemacht und die Voraussetzungen geschaffen, auch zukünftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

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