Erstellt von Lana

Gründer von Google: Die Geschichte von Larry Page und Sergey Brin

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

Google wurde von zwei Doktoranden gegründet, die sich bei ihrer ersten Begegnung über fast alles gestritten haben sollen. Was Larry Page und Sergey Brin verband, war die Faszination für das World Wide Web und die Überzeugung, dass die damaligen Suchmaschinen den Job viel schlechter machten, als sie könnten. Was folgte, war einer der bemerkenswertesten Unternehmensaufstiege der Geschichte.

Wer hat Google gegründet?

Google wurde von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Die beiden Informatiker gründeten das Unternehmen offiziell am 4. September 1998 als Google Inc. in einer Garage in Menlo Park, Kalifornien. Der Prototyp der Suchmaschine ging am 7. September 1998 online. Heute ist Google als Teil der Holdinggesellschaft Alphabet Inc. eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Jahr Meilenstein
1995 Erstes Treffen von Page und Brin an der Stanford University
1996 Start des Forschungsprojekts BackRub im Studentenwohnheim
1997 Umbenennung in Google, Anmeldung der Domain google.com
1998 100.000-Dollar-Scheck von Investor Bechtolsheim, Gründung Google Inc.
2001 Eric Schmidt wird CEO, Page und Brin fokussieren sich auf Produkte
2004 Börsengang von Google
2015 Gründung von Alphabet Inc. als Holdinggesellschaft
2019 Rückzug beider Gründer aus dem Tagesgeschäft

Larry Page: Der Tüftler aus Michigan

Lawrence Edward Page wurde am 26. März 1973 in East Lansing, Michigan, geboren. Sein Vater Carl Victor Page war Informatikprofessor und gehörte zu den ersten Absolventen des Doktorprogramms an der University of Michigan in Informatik. Seine Mutter Gloria arbeitete als Datenbankentwicklerin. Larry Page wuchs buchstäblich mit Computern auf: Mit sechs Jahren bekam er seinen ersten Computer und begann schon früh, technische Geräte auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen.

Nach dem Bachelorstudium in Ingenieurwissenschaften an der University of Michigan, das er mit Auszeichnung abschloss, ging Page 1995 an die Stanford University, um seinen Doktor in Informatik zu machen. Seinen Doktortitel hat er bis heute nicht erhalten. Seine Dissertation, deren Thema die Entwicklung eines funktionierenden Suchalgorithmus war, liegt noch immer unvollendet bei der Universität.

Sergey Brin: Der Einwanderer aus Moskau

Sergey Mikhaylovich Brin wurde am 21. August 1973 in Moskau, damals Sowjetunion, geboren. Sein Vater Michael Brin war Mathematiker, konnte wegen der antisemitischen Diskriminierung in der Sowjetunion aber keine akademische Karriere verfolgen. 1979 stellte die Familie einen Ausreiseantrag, dem nach einigen Schikanen stattgegeben wurde. Sergey Brin war bei der Emigration in die USA sechs Jahre alt.

In den USA besuchte er eine Montessori-Schule und folgte der akademischen Familientradition: Er studierte Mathematik und Informatik an der University of Maryland und wechselte dann an die Stanford University, um seinen Doktor zu machen. Auch Brin hat sein Studium nie abgeschlossen. Die Google-Gründung war zu viel für nebenbei.

Das erste Treffen: Streit als Anfang einer Partnerschaft

1995 begegnete Larry Page zum ersten Mal Sergey Brin an der Stanford University. Laut der offiziellen Google-Geschichte sollen die beiden bei ihrem ersten Treffen über fast alles verschiedener Meinung gewesen sein. Brin sollte dem neu ankommenden Doktoranden Page den Campus zeigen. Trotz der anfänglichen Meinungsverschiedenheiten erkannten beide schnell, dass sie dieselbe Faszination teilten: das World Wide Web und die Frage, wie man die schiere Menge an Informationen im Internet sinnvoll ordnen kann.

BackRub und der PageRank-Algorithmus

1996 begannen Page und Brin in ihren Wohnheimzimmern an der Stanford University mit einem Forschungsprojekt. Ihr Ansatz war neu: Statt Webseiten nach der Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe zu bewerten, analysierten sie die Verlinkungsstruktur des Internets. Welche Seiten werden von anderen wichtigen Seiten verlinkt? Je mehr hochwertige Links auf eine Seite zeigten, desto relevanter war sie. Diesen Algorithmus nannten sie PageRank, eine Anspielung sowohl auf Larrys Nachnamen als auch auf die Bewertung von Webseiten.

Ihr Prototyp lief zunächst unter dem Namen BackRub auf einer Sammlung verschiedener Computer und Festplatten im Wohnheim. Die Rechenleistung war zusammengestückelt: Page und Brin kauften günstige Festplatten, bauten Hardware zusammen und nutzten sogar Legosteine als Gehäuse für den ersten Server. 1997 benannten sie das Projekt in Google um und meldeten die Domain google.com an.

Woher kommt der Name Google? Der Name leitet sich von „Googol“ ab, dem mathematischen Begriff für die Zahl 1 mit 100 Nullen (10 hoch 100). Page und Brin wählten diesen Namen, um die schier unvorstellbare Menge an Informationen zu symbolisieren, die Google in seinen Suchindex aufnehmen sollte. Bei der Registrierung der Firma soll der Name versehentlich falsch geschrieben worden sein. Aus Googol wurde Google.

Der 100.000-Dollar-Scheck und die Garage

Zunächst versuchten Page und Brin, ihre Technologie an etablierte Internetunternehmen zu verkaufen. Ohne Erfolg. Im August 1998 änderte sich alles: Andreas von Bechtolsheim, Mitgründer von Sun Microsystems und Silicon-Valley-Legende, schaute sich eine zehnminütige Präsentation der Suchmaschine an und war sofort überzeugt. Er schrieb einen Scheck über 100.000 US-Dollar, allerdings auf den Namen Google Inc. aus. Ein Unternehmen mit diesem Namen existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Page und Brin mussten es gründen, nur um den Scheck einlösen zu können.

Am 4. September 1998 wurde Google Inc. offiziell gegründet. Das erste Büro war die Garage von Susan Wojcicki in Menlo Park, Kalifornien. Wojcicki, die später CEO von YouTube werden sollte, war Mitarbeiterin Nummer 16 bei Google. Das Startkapital von insgesamt 1,1 Millionen Dollar stammte von Familienmitgliedern, Freunden und Bechtolsheim.

Wachstum und der Weg zum Weltkonzern

Google wuchs rasant. Im Februar 1999 eröffnete das Unternehmen sein erstes richtiges Büro in Palo Alto. Bewältigte die Suchmaschine anfangs rund 10.000 Suchanfragen pro Tag, waren es wenige Jahre später Milliarden pro Tag. 2001 holten Page und Brin Eric Schmidt, den ehemaligen Manager von Novell, als CEO ins Unternehmen. Schmidt baute die Firmenstruktur auf, während Page die Produktentwicklung verantwortete und Brin sich neuen Projekten widmete. Die Mitarbeiterzahl wuchs in Schmidts Amtszeit von 200 auf über 24.000.

2004 ging Google an die Börse. Page und Brin sicherten sich dabei durch eine Aktienstruktur mit unterschiedlichen Stimmrechten die Kontrolle über das Unternehmen, obwohl sie nach dem Börsengang nur noch eine Minderheit der Anteile hielten. 2011 kehrte Larry Page als CEO zurück, Schmidt wechselte in den Verwaltungsrat.

Alphabet: Die Neuordnung des Imperiums

2015 gründeten Page und Brin die Holdinggesellschaft Alphabet Inc., um die verschiedenen Geschäftsbereiche des Google-Konzerns besser zu strukturieren. Unter dem Dach von Alphabet sind neben Google selbst Unternehmen wie Waymo (selbstfahrende Autos), DeepMind (Künstliche Intelligenz) und Sidewalk Labs (Stadtentwicklung) gebündelt. Sundar Pichai übernahm als CEO von Google LLC, Page wurde CEO von Alphabet.

2019 zogen sich beide Gründer aus dem Tagesgeschäft zurück. Sundar Pichai übernahm auch die Führung von Alphabet. Page und Brin bleiben als Großaktionäre mit mehrheitlichen Stimmrechten dem Unternehmen verbunden, mischen sich aber nicht mehr in das operative Geschäft ein.

Vermögen und Einfluss heute

Larry Page und Sergey Brin zählen heute zu den reichsten Menschen der Welt. Brin belegte im Februar 2026 laut Forbes mit einem Vermögen von rund 243 Milliarden US-Dollar Platz drei der reichsten Menschen weltweit. Page liegt in ähnlichen Größenordnungen. Beide sind auch als Philanthropen aktiv und haben milliardenschwere Stiftungen gegründet.

Brin engagiert sich mit LTA Research and Exploration im Bereich Luftschiffe mit Wasserstoffantrieb, die in Katastrophengebieten eingesetzt werden sollen. Page investierte in Unternehmen für Flugtaxis. Beide sind zudem tief in die KI-Entwicklung eingebunden: 2023 sollen sie von Alphabet-CEO Sundar Pichai um Unterstützung bei der KI-Strategie des Konzerns gebeten worden sein.

Weitere Gründergeschichten finden sich in den Artikeln Gründer von Apple und Gründer von Microsoft.

Foto: https://unsplash.com/de/fotos/person-mit-schwarzem-android-smartphone-UWVJaDvXW_c

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