Erstellt von Lana

Gründer von Nike: Phil Knight, Bill Bowerman und das Waffeleisen

letzte Aktualisierung: März 2026

Wer Nike hört, denkt an den Swoosh, an Air Jordan, an Milliardenvertrage mit den größten Sportlern der Welt. Doch begonnen hat alles mit zwei Männern, 1.000 US-Dollar Startkapital, japanischen Importschuhen und einem Waffeleisen in einer Küche in Oregon.

Die zwei Gründer von Nike

Nike, damals noch unter dem Namen Blue Ribbon Sports, wurde am 25. Januar 1964 von Phil Knight und Bill Bowerman gegründet. Beide kamen aus Oregon, beide liebten die Leichtathletik – und beide erkannten zur selben Zeit, dass amerikanische Laufschuhe schlechter waren als die der Konkurrenz.

Gründer Rolle Anteil
Phil Knight Geschäftsführer, Verkauf, Strategie 50 %
Bill Bowerman Trainer, Produktentwicklung, Innovation 50 %

Phil Knight: Der Buchhalter mit dem Geschäftssinn

Philip Hampson Knight wurde am 24. Februar 1938 in Portland, Oregon, geboren. Er wuchs in einem bürgerlichen Elternhaus auf, sein Vater war Rechtsanwalt und späterer Herausgeber des Oregon Journal. Knight besuchte die Cleveland High School in Portland, wo er schon früh Interesse an Leichtathletik entwickelte. Nach dem Schulabschluss studierte er Betriebswirtschaft an der University of Oregon, wo er als Mittelstreckenläufer im Leichtathletikteam aktiv war – unter dem Training von Bill Bowerman.

Nach dem Abschluss in Oregon studierte Knight an der Stanford University und erwarb 1964 den MBA. Seine Abschlussarbeit in Stanford trug den Titel „Can Japanese Sports Shoes Do to German Sports Shoes What Japanese Cameras Did to German Cameras?“ – eine Frage, die sein gesamtes Unternehmerleben vorwegnahm. 1962 reiste Knight nach Japan und besuchte die Fabrik von Onitsuka, dem heutigen Asics. Er war begeistert von Qualität und Preis der japanischen Laufschuhe und sicherte sich ein Importabkommen für die USA.

Bill Bowerman: Der Coach mit dem Waffeleisen

William Jay Bowerman wurde am 19. Februar 1911 in Portland, Oregon, geboren und wuchs in der Kleinstadt Fossil auf. Er studierte Journalismus und Leichtathletik an der University of Oregon, diente während des Zweiten Weltkriegs in der US Army und wurde danach Cheftrainer für Leichtathletik an seiner Alma Mater, der University of Oregon. Dort trainierte er über drei Jahrzehnte lang Spitzenläufer, darunter mehrere Olympiateilnehmer.

Bowerman war von amerikanischen Laufschuhen enttäuscht. Er schrieb in den 1950er Jahren mehrfach an Schuhherstellern und schlug Verbesserungen vor – kein Unternehmen reagierte. Also begann er selbst, Schuhe zu modifizieren und neue Sohlen zu erproben. Als Knight 1964 mit den ersten japanischen Onitsuka-Tiger-Schuhen zu ihm kam, war Bowerman sofort dabei.

Das Mittagessen, das alles veränderte: Am 25. Januar 1964 trafen sich Knight und Bowerman im Cosmopolitan Hotel in Portland zum Mittagessen. Eine Stunde später reichten sie sich die Hand. Beide investierten je 500 US-Dollar. Blue Ribbon Sports war gegründet. Die Beatles hatten gerade ihren ersten Nummer-eins-Hit in den USA – der Rest der Geschichte gehört Knight und Bowerman.

Die Gründung: Schuhe aus dem Kofferraum

Blue Ribbon Sports startete als reines Importgeschäft. Knight importierte Onitsuka-Tiger-Schuhe aus Japan und verkaufte sie persönlich bei Leichtathletik-Wettkampfen im Westen der USA – oft direkt aus dem Kofferraum seines Autos. Im ersten Jahr verkauften sie 1.300 Paar Schuhe und erzielten einen Umsatz von rund 8.000 US-Dollar.

Knight hatte zu dieser Zeit noch einen Brotjob: Er arbeitete als Buchhalter bei Price Waterhouse und unterrichtete als Professor für Rechnungswesen an der Portland State University. Nur am Wochenende verkaufte er Schuhe. 1969, als der Umsatz von Blue Ribbon Sports die Millionengrenze überquert hatte, kündigte er beide Jobs und widmete sich dem Unternehmen vollzeit.

Das Waffeleisen: Bowermans größte Erfindung

1971 fand Bowerman eine seiner bekanntesten Innovationen beim Frühstück. Das Laufstadion der University of Oregon, das Hayward Field, wechselte von Naturrasen zu Kunststoffbelag. Bowerman suchte nach einer Laufsohle, die auf dem neuen Untergrund Grip bietet, ohne die Schuhe durch schwere Spikes zu belasten.

Beim Betrachten des Waffeleisens seiner Frau Barbara hatte er die Idee: Er goss flüssiges Gummi in das Waffeleisen und schuf so ein Sohlenprofil, das leicht war und gleichzeitig Halt gab. Das Ergebnis war die sogenannte „Moon Shoe“, die 1972 bei den Olympia-Ausscheidungsrennen vorgestellt wurde. Der Waffelsohlen-Trainer, der 1974 folgte, wurde ein kommerzieller Durchbruch und trieb das Wachstum von Nike in den 1970er Jahren maßgeblich an.

Nike-Meilensteine im Überblick:

Jahr Ereignis
1964 Gründung Blue Ribbon Sports, 1.300 Paar verkauft
1966 Erstes Ladengeschäft in Santa Monica, Kalifornien
1971 Trennung von Onitsuka, Umfirmierung zu Nike Inc.
1972 Swoosh-Logo, Moon Shoe bei Olympia-Ausscheidung
1974 Waffle Trainer, explosives Wachstum
1980 Börsengang an der NYSE
1984 Air-Jordan-Vertrag mit Michael Jordan
1999 Bill Bowerman stirbt mit 88 Jahren
2004 Phil Knight gibt CEO-Posten ab

Von Blue Ribbon Sports zu Nike

1971 eskalierten die Spannungen mit Onitsuka Tiger. Das japanische Unternehmen versuchte, Blue Ribbon Sports zu übernehmen und forderte 51 Prozent der Anteile. Knight lehnte ab und beschloss, eine eigene Marke aufzubauen. Blue Ribbon Sports trennte sich von Onitsuka und begann, eigene Schuhe zu entwerfen und herstellen zu lassen.

Der neue Markenname kam von Jeff Johnson, dem ersten Vollzeit-Mitarbeiter von Blue Ribbon Sports: Nike, die griechische Göttin des Sieges. Das Swoosh-Logo entwarf die Grafikdesignerin Carolyn Davidson im Jahr 1971 für ein Honorar von 35 US-Dollar. Knight war damals nicht begeistert von dem Entwurf und sagte: „Ich liebe es nicht. Vielleicht wächst es mir.“ Das Logo wurde am 22. Januar 1974 beim US-Patent- und Markenamt eingetragen.

Der Coup: Michael Jordan und Air Jordan

1984 unterzeichnete Nike einen Vertrag mit dem jungen NBA-Spieler Michael Jordan. Der Deal war zu diesem Zeitpunkt unkonventionell: Nike zahlte Jordan 500.000 US-Dollar pro Jahr plus Anteile und schuf eine eigene Schuhline, die Air Jordan. Der Erfolg war überweltigend. Air Jordan revolutionierte die gesamte Sportschuhbranche und machte Nike zur dominanten Kraft im Basketballmarkt.

Was aus den Gründern wurde: Bill Bowerman starb am 24. Dezember 1999 im Alter von 88 Jahren in Fossil, Oregon. Er hinterließ sein Vermächtnis in Form des weltweit bekanntesten Schuh-Designs und einer Unternehmenskultur, die Innovation über alles stellt. Phil Knight übergab den CEO-Posten 2004 und das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden 2015. Er engagiert sich seither als Philanthrop, gab Hunderte Millionen Dollar an die University of Oregon und die Stanford University und gilt heute als einer der reichsten Menschen der USA.

Was Gründer daraus lernen können

Die Geschichte von Nike zeigt, wie eine Nischenbeobachtung zum Weltkonzern werden kann. Knight erkannte, dass japanische Schuhe billiger und qualitativ ebenbürtig waren wie die deutschen Marktführer. Bowerman erkannte, dass Sportler bessere Schuhe brauchen als der Markt bietet. Beide hatten Vollzeitjobs und gruendeten nebenher – ein Muster, das viele erfolgreiche Unternehmen kennen.

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Fazit: Wer hat Nike gegründet?

Nike wurde am 25. Januar 1964 von Phil Knight und Bill Bowerman als Blue Ribbon Sports gegründet. Knight war der Verkaufsmann und Stratege, Bowerman der Trainer und Produktentwickler. Beide investierten je 500 US-Dollar und begannen damit, japanische Laufschuhe aus dem Kofferraum zu verkaufen. Heute ist Nike mit einem Markenwert von über 50 Milliarden US-Dollar die wertvollste Sportmarke der Welt.

Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/ein-grosses-orangefarbenes-nike-logo-an-der-seite-eines-gebaudes-rs11hu-bkTc

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