Erstellt von Lana

Wem gehört OpenAI? Eigentümer, Anteilseigner und aktuelle Struktur 2026

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

OpenAI hat eine der ungewöhnlichsten Eigentümerstrukturen der Unternehmensgeschichte. Gegründet 2015 als gemeinnützige Organisation, durchlief das Unternehmen mehrere Transformationsstufen und schloss im Oktober 2025 eine vollständige Umstrukturierung ab. Seitdem ist OpenAI eine Public Benefit Corporation (PBC), die von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert wird, aber klassische Aktionäre und freie Kapitalmarktbedingungen hat.

Was bedeutet das konkret? Die OpenAI Foundation hält 25,8 Prozent, Microsoft 26,8 Prozent, SoftBank 11,7 Prozent, Mitarbeiter zusammen rund 19 Prozent und der Rest verteilt sich auf weitere Investoren. CEO Sam Altman selbst hält noch keine Anteile. ChatGPT, das Produkt, das OpenAI weltbekannt gemacht hat, ist damit im Besitz eines Unternehmens, das weder reine Stiftung noch klassische Aktiengesellschaft ist. Mehr zu ChatGPT selbst lesen Sie in unserem Artikel Wem gehört ChatGPT?


Schnellübersicht

OpenAI auf einen Blick: Stand April 2026

Merkmal Information
Rechtsform seit Okt. 2025 OpenAI Group PBC (Public Benefit Corporation), kontrolliert durch OpenAI Foundation
Größter Investor Microsoft: 26,79 % (ca. 135 Mrd. USD Anteilswert)
Kontrolle OpenAI Foundation: 25,80 % (ca. 130 Mrd. USD wert) plus alleiniges Recht, alle PBC-Board-Mitglieder zu bestimmen
SoftBank 11,66 % nach 40-Mrd.-USD-Runde Frühjahr 2025
Mitarbeiter (aktuell und ehemalig) Ca. 19 % aller Anteile
CEO Sam Altman Hält keine Anteile. Aktienpaket noch ausstehend, an Bedingungen geknüpft.
Bewertung Ca. 852 Mrd. Euro (nach Finanzierungsrunde April 2026)
Börsenstatus Nicht börsennotiert. IPO frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.

Geschichte

Von der Non-Profit zur Public Benefit Corporation: Die drei Phasen von OpenAI

Phase 1: Die gemeinnützige Gründung (2015 bis 2019)

OpenAI wurde im Dezember 2015 in San Francisco als gemeinnützige Organisation (Non-Profit 501(c)(3)) gegründet. Zu den Gründern zählten Sam Altman, Elon Musk, Greg Brockman, Ilya Sutskever, Wojciech Zaremba und John Schulman. Das erklärte Ziel: Künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) zum Wohle aller Menschen entwickeln, unabhängig von kommerziellen Gewinninteressen.

Das Startkapital belief sich auf rund 1 Milliarde USD als Spenden, wobei bis 2019 tatsächlich nur rund 130 Millionen USD einflossen. Elon Musk, einer der ursprünglichen Großspender mit bis zu 1 Mrd. USD Zusage, brachte letztlich nur rund 100 Millionen USD ein, bevor er 2018 das Board wegen Interessenkonflikten mit Tesla verließ. Damit entstand eine spürbare Finanzierungslücke.

Phase 2: Das Capped-Profit-Modell (2019 bis Oktober 2025)

2019 gründete OpenAI eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft (OpenAI LP) mit einem sogenannten Capped-Profit-Modell: Investoren durften Gewinne erzielen, jedoch nur bis zum 100-Fachen ihrer Investition. Alles darüber hinaus sollte an die Non-Profit-Mutter fließen. Microsoft investierte 2019 zunächst 1 Milliarde USD und wurde bevorzugter Cloud-Partner auf Azure.

Im November 2022 veröffentlichte OpenAI ChatGPT, das innerhalb von fünf Tagen eine Million Nutzer erreichte. Das Modell veränderte die Technologiewelt. Microsoft investierte Anfang 2023 weitere rund 10 Milliarden USD. Die Bewertung von OpenAI stieg von 30 Milliarden USD (Anfang 2023) auf 157 Milliarden USD (Oktober 2024).

Im November 2023 entließ der Non-Profit-Vorstand CEO Sam Altman überraschend wegen mangelnder Transparenz. Innerhalb von vier Tagen drohte fast die gesamte Belegschaft mit Kündigung. Altman wurde reinstatiert, der Vorstand umbesetzt. Das Ereignis machte die Spannung zwischen Non-Profit-Kontrolle und kommerziellen Interessen öffentlich sichtbar.

Phase 3: Die Public Benefit Corporation (seit Oktober 2025)

Am 28. Oktober 2025 vollzog OpenAI die entscheidende Umstrukturierung. Nach monatelangen Verhandlungen mit Microsoft sowie den Generalstaatsanwälten von Kalifornien und Delaware wurde die komplexe Capped-Profit-Struktur durch eine klassische Aktienstruktur ersetzt. Die neue OpenAI Group PBC ist eine Public Benefit Corporation, ähnlich wie Anthropic oder Patagonia, die gesetzlich verpflichtet ist, neben wirtschaftlichen Zielen auch gesellschaftliche Interessen zu berücksichtigen.

Die Gewinndeckelung entfiel. Alle Aktionäre halten nun reguläres Eigenkapital, das proportional am Unternehmenswert teilnimmt. Die OpenAI Foundation behält die strategische Kontrolle über die PBC und das alleinige Recht, alle PBC-Vorstandsmitglieder zu bestimmen und abzuberufen.


Anteilsstruktur im Detail

Wer hält wie viel? Der geleakte Cap Table

Kurz vor der Finanzierungsrunde im April 2026 wurde der Cap Table von OpenAI geleakt, also die vollständige Liste aller Anteilseigner. Er zeigt eine überraschend klare Struktur an der Spitze.

Anteilseigner Anteil (ca.) Besonderheit
OpenAI Foundation 25,80 % Kein eigenes Investment. Anteil zugeteilt im Rahmen der PBC-Umwandlung. Papiergewinn: ca. 220 Mrd. USD.
Microsoft 26,79 % Ca. 13 Mrd. USD investiert. Anteil heute ca. 135 Mrd. USD wert. Kein Vorstandssitz.
SoftBank 11,66 % Lead-Investor der 40-Mrd.-Runde Frühjahr 2025.
Mitarbeiter (aktuell und ehemalig) Ca. 19 % Reguläres Eigenkapital nach Wegfall der Capped-Profit-Deckelung.
Weitere Investoren Ca. 16 % Nvidia, Amazon, Thrive Capital, Sequoia, Andreessen Horowitz, Khosla Ventures, MGX (VAE), Temasek u.a.
Sam Altman (CEO) Ausstehend Noch keine Anteile zugeteilt. Aktienpaket an PBC-Bedingungen geknüpft. Außergewöhnlich für CEO eines 852-Mrd.-Euro-Unternehmens.

Unternehmerperspektive: Bemerkenswert ist, dass die OpenAI Foundation ihren Anteil von ca. 25,8 Prozent ohne eigenes Investment erhalten hat. Ihre Anteile wurden ihr im Rahmen der PBC-Umwandlung zugeteilt. Der Papiergewinn der Foundation beläuft sich auf rund 220 Milliarden USD. Zusätzlich hält die Foundation einen Warrant: Sie erhält weitere Anteile an der OpenAI Group PBC, wenn der Aktienkurs des Unternehmens innerhalb von 15 Jahren deutlich steigt. Damit ist das Gemeinwohl-Ziel direkt an den kommerziellen Erfolg von OpenAI gekoppelt.


Microsoft und OpenAI

Microsofts Rolle: Größter Investor ohne Vorstandssitz

Microsoft hat über die Jahre insgesamt rund 13 Milliarden USD in OpenAI investiert und ist mit 26,79 Prozent der größte einzelne Investor. Der Anteil ist auf dem Papier heute rund 135 Milliarden USD wert. Dennoch hat Microsoft keinen stimmberechtigten Sitz im OpenAI-Vorstand und hält damit keine direkte Kontrollmacht.

Strategisch profitiert Microsoft enorm von der Partnerschaft: ChatGPT und OpenAIs Sprachmodelle sind tief in Microsoft 365 Copilot, GitHub Copilot, Bing und Azure integriert. Im Zuge der PBC-Umstrukturierung wurden die exklusiven Lizenzrechte Microsofts auf OpenAI-Technologie neu geregelt. Eine wichtige Klausel fiel damit weg: Früher hätte OpenAI durch eine selbst ausgerufene AGI-Erklärung die Technologiepartnerschaften mit Microsoft beenden können. Diese Klausel wurde durch ein unabhängiges Expertengremium ersetzt, das eine AGI-Erklärung prüfen muss.

Für Unternehmer relevant: Wer Microsoft-Produkte einsetzt, nutzt in vielen Fällen bereits OpenAI-Technologie. Die ChatGPT-Eigentümerstruktur und die Microsoft-OpenAI-Partnerschaft sind deshalb für jeden Unternehmer relevant, der KI in seinen Workflows einsetzen möchte.


Aktueller Stand 2026

Rekordfinanzierung, Elon Musk-Klage und IPO-Vorbereitung

Anfang April 2026 schloss OpenAI eine weitere Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Euro ab und erreichte eine Bewertung von rund 852 Milliarden Euro. Das macht OpenAI zum zweitwertvollsten nicht börsennotierten Unternehmen der Welt, direkt hinter SpaceX. 95 Prozent aller S&P-500-Unternehmen sind damit weniger wert als OpenAI.

Aktuelle Entwicklungen April 2026

Rekordfinanzierung April 2026: 122 Mrd. Euro eingesammelt. OpenAI erstmals Privatanleger beteiligt (ca. 12 Mrd. Euro über spezielle Fonds). Gesamtbewertung: 852 Mrd. Euro. Geplanter Jahresumsatz 2026: ca. 24 Mrd. Euro (2 Mrd. Euro/Monat).

IPO vorbereitet: Ein Börsengang ist frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027 möglich. Die PBC-Struktur schafft erstmals die rechtlichen Voraussetzungen für einen klassischen Börsengang. Die Foundation-Kontrolle bleibt dabei erhalten.

Stargate-Projekt: OpenAI baut mit SoftBank und Oracle KI-Rechenzentren in den USA mit einem Volumen von über 100 Mrd. USD. Das Unternehmen plant bis 2030 Infrastrukturausgaben von insgesamt rund 600 Mrd. Euro.

Elon Musk klagt: Ab April 2026 läuft das Gerichtsverfahren zwischen Musk und OpenAI. Musk fordert Schadensersatz zwischen 79 und 134 Milliarden Dollar mit der Begründung, OpenAI habe seine ursprüngliche Non-Profit-Mission unrechtmäßig aufgegeben. Musk selbst ist nicht im Cap Table vertreten.

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Hohe Verluste trotz Wachstum: OpenAI verbrennt täglich schätzungsweise 178 Millionen Euro für Rechenleistung und Chips. Der Nettoverlust 2026 wird auf über 40 Milliarden Euro geschätzt. Ohne massive Kapitalrunden wäre das Geschäftsmodell nicht finanzierbar.


Fazit

Wem gehört OpenAI? Das Wichtigste auf einen Blick

Bewertung: Stand April 2026

OpenAI ist seit Oktober 2025 eine Public Benefit Corporation (PBC). Das Capped-Profit-Modell wurde aufgegeben. Alle Aktionäre halten reguläres Eigenkapital.

Drei dominante Blöcke: OpenAI Foundation (25,8 %, Kontrolle), Microsoft (26,8 %, größter Investor), Mitarbeiter (ca. 19 %). SoftBank hält 11,7 %.

Kontrolle bleibt bei der Foundation. Nur die OpenAI Foundation darf alle PBC-Vorstandsmitglieder bestimmen und abberufen. Kein Investor, auch nicht Microsoft, hat diese Befugnis.

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Börsengang geplant. Frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027. OpenAI verbrennt trotz 2 Mrd. Euro Monatsumsatz weiter Milliarden und ist auf Kapitalzuflüsse angewiesen.

OpenAI ist das teuerste und ungewöhnlichste Technologieunternehmen der Welt: Es wird von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert, hat einen CEO ohne eigene Anteile und verbrennt täglich Millionen, während es gleichzeitig mit rasantem Umsatzwachstum auf einen Börsengang zusteuert. Wer die KI-Landschaft versteht, muss OpenAI verstehen. Lesen Sie dazu auch unsere Artikel zu ChatGPT, Apple und Amazon.

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