Erstellt von Lana

Wem gehört Ferrari? Eigentümer und Aktionärsstruktur

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

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Ferrari gehört mehrheitlich der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli, die über ihre Holdinggesellschaft Exor N.V. rund 24,65 Prozent der Aktien und damit 36,48 Prozent der Stimmrechte kontrolliert. Piero Ferrari, der Sohn des Unternehmensgründers Enzo Ferrari, hält etwa 10 Prozent. Der verbleibende Streubesitz von rund 58 bis 60 Prozent ist weltweit an der Börse gehandelt. Ferrari ist damit kein Familienunternehmen im klassischen Sinne, aber ein Unternehmen, das von einer Familie strategisch gesteuert wird.

Kurzantwort: Ferrari gehört zu rund 24,65% der Agnelli-Holding Exor N.V. und zu ca. 10% Piero Ferrari. Rund 58 bis 60% der Aktien befinden sich im öffentlichen Streubesitz. An der Börse ist Ferrari unter dem Kürzel RACE notiert.

Die Eigentümerstruktur von Ferrari im Überblick

Anteilseigner Aktienanteil Stimmrechte
Exor N.V. (Agnelli-Familie) ca. 24,65% ca. 36,48%
Trust Piero Ferrari ca. 10% k.A.
Streubesitz (Börse) ca. 58 bis 60% Anteilig

Die Stimmrechtsmehrheit der Agnellis liegt trotz des niedrigeren Aktienanteils deutlich über dem Kapitalanteil, da Ferrari eine Aktienklassenstruktur mit unterschiedlichen Stimmrechten betreibt. Das bedeutet für Sie als Unternehmer oder Investor: Wer Ferrari-Aktien kauft, erwirbt zwar Kapitalanteile, hat aber kaum Einfluss auf strategische Entscheidungen. Die liegen fest in den Händen der Agnelli-Familie.

Wer ist Exor N.V.?

Exor N.V. ist die niederländische Holdinggesellschaft der Familie Agnelli und gleichzeitig einer der bedeutendsten Investoren Europas. Die Agnellis sind eine der einflussreichsten Unternehmerfamilien Italiens: Giovanni Agnelli senior gründete Ende des 19. Jahrhunderts den Automobilhersteller Fiat, der zum Ausgangspunkt eines weitverzweigten Industrieimperiums wurde.

Heute wird Exor von John Elkann geführt, dem Enkel von Gianni Agnelli. Neben Ferrari hält Exor bedeutende Beteiligungen an Stellantis, CNH Industrial und dem Medienkonzern GEDI. Im Februar 2025 verkaufte Exor rund sieben Millionen Ferrari-Aktien im Wert von etwa drei Milliarden Euro, um eine neue Akquisition zu finanzieren und einen Aktienrückkauf zu ermöglichen. Trotz des Teilverkaufs bleibt Exor mit rund 30 Prozent der Stimmrechte der dominierende Anteilseigner.

Wer ist Piero Ferrari?

Piero Ferrari ist der Sohn von Enzo Ferrari und dessen zweiter Frau Lina Lardi. Er hält seine Anteile über den Trust Piero Ferrari und ist bis heute Vizepräsident des Unternehmens. Piero Ferrari verkörpert die familiengeschichtliche Kontinuität: Als einziger direkter Nachkomme des Gründers ist er das lebende Bindeglied zwischen der Gründungsgeschichte und dem modernen Börsenkonzern.

Geschichte: Wie Ferrari vom Familienunternehmen zum Börsenkonzern wurde

Ferrari wurde 1947 von Enzo Ferrari in Maranello gegründet. Die Wurzeln reichen jedoch weiter zurück: Bereits 1929 hatte Enzo Ferrari die Scuderia Ferrari als Rennteam ins Leben gerufen, zunächst als Werksteam von Alfa Romeo. Nach einem Zerwürfnis mit Alfa Romeo baute er 1946 das erste eigene Fahrzeug. 1947 rollte mit dem Ferrari 125 S der erste echte Straßensportwagen aus Maranello.

Enzo Ferrari lehnte Fiat in Turin ursprünglich ab: Als er sich 1918 dort als Werksfahrer beworben hatte, wurde er mangels Ausbildung abgewiesen. Jahrzehnte später musste der Konkurrent Fiat anklopfen. Als in den 1960er Jahren auch Ford ein Übernahmeangebot machte, lehnte Enzo Ferrari ab und entschied sich stattdessen für eine Partnerschaft mit Fiat. 1969 erwarb Fiat zunächst 50 Prozent, später 90 Prozent der Ferrari-Anteile.

Das abgelehnte Ford-Angebot: 1963 verhandelte Enzo Ferrari ernsthaft mit Ford über einen Verkauf. Die Gespräche scheiterten in letzter Sekunde, weil Ford das Motorsportprogramm kontrollieren wollte, was Enzo Ferrari als inakzeptabel ablehnte. Fords Antwort: der GT40, der Ferrari bei den 24 Stunden von Le Mans vier Jahre in Folge schlug. Das abgelehnte Angebot wurde zu einem der teuersten Stolzes der Automobilgeschichte.

Nach dem Tod von Enzo Ferrari am 14. August 1988 in Modena führte Fiat das Unternehmen weiter. 2014 kündigte Fiat Chrysler Automobiles (FCA) an, Ferrari abzuspalten. Am 21. Oktober 2015 erfolgte der Börsengang an der New York Stock Exchange. Das Kürzel war nicht zufällig gewählt: RACE. Mit der vollständigen Abspaltung von FCA 2016 wurde Ferrari zu einem eigenständigen börsennotierten Unternehmen.

Ferrari als Luxusmarke an der Börse

Ferrari ist an der Börse kein gewöhnlicher Automobilhersteller, sondern wird wie ein Luxusgüterkonzern bewertet. Das Unternehmen produziert bewusst wenig: 2024 lieferte Ferrari weltweit rund 13.752 Fahrzeuge aus. Diese Knappheitsstrategie schützt die Exklusivität der Marke und sorgt dafür, dass Wartelisten von mehreren Jahren normal sind.

Die wirtschaftlichen Ergebnisse sind entsprechend stark: 2025 erzielte Ferrari einen Jahresumsatz von 7,146 Milliarden Euro, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Marktkapitalisierung liegt je nach Kursverlauf zwischen 60 und 80 Milliarden Euro und damit deutlich über der von Stellantis, dem Konzern, der unter anderem Fiat, Jeep, Peugeot und Citroën vereint. Ferrari hat seinen ehemaligen Mehrheitseigner also längst an der Börse überholt.

Ferrari und die Formel 1

Kein Artikel über Ferrari wäre vollständig ohne die Scuderia Ferrari. Das Rennteam ist das einzige, das seit dem zweiten Formel-1-Rennen im Jahr 1950 in Mona ununterbrochen an jeder Saison teilgenommen hat. Mit 16 Konstrukteurs- und 15 Fahrerweltmeisterschaften ist die Scuderia das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte. Dieser Rennsporterfolg ist kein bloßer Imagefaktor, sondern ein integraler Bestandteil der Markenstrategie: Wer einen Ferrari kauft, kauft die Geschichte des Motorsports mit.

Weitere Informationen zur Eigentümerstruktur anderer Unternehmen finden sich in den Artikeln Wem gehört Aldi und Wem gehört Lidl.

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