Erstellt von Lana

Wem gehört Baller League?

Die Baller League ist eine neuartige, in Deutschland entstandene Indoor-Fußballliga mit prominenter Unterstützung aus Sport und Wirtschaft. Doch wem gehört diese „Baller League“ eigentlich? Die Antwort ist vielschichtig: Neben ehemaligen Fußballstars sind vor allem ein Unternehmer als Initiator sowie internationale Investoren an der Liga beteiligt.

Gründung: Prominente Fußballer und ein kreativer Kopf

Die Baller League wurde 2023 in Berlin ins Leben gerufen. Als treibende Kraft gilt der deutsche Unternehmer Felix Starck, der das Konzept maßgeblich entwickelte. Starck, zuvor Mitgründer einer Filmproduktionsfirma, hatte die Vision, Fußball mit Entertainment-Elementen zu verbinden – inspiriert vom Erfolg der von Gerard Piqué gegründeten spanischen Kings League.

Unterstützt wurde Starck von zwei prominenten Weltmeistern: Mats Hummels und Lukas Podolski. Beide Ex-Nationalspieler fungierten von Beginn an als Aushängeschilder und ideelle Mitgründer der Baller League. Hummels, Abwehrstar von Borussia Dortmund, übernahm sogar das Amt des ersten Ligapräsidenten in Deutschland. Podolski, selbst noch als Spieler aktiv, brachte nicht nur seinen Namen ein, sondern engagierte sich auch operativ – unter anderem half er bei der Finanzierung der Liga.

Zum Gründerteam gehörte außerdem Thomas de Buhr, ein erfahrener Medienmanager. De Buhr war zuvor Geschäftsführer von Twitter Deutschland und verantwortete bis 2022 das Deutschland-Geschäft der Streamingplattform DAZN. Als Mitgründer der Baller League brachte er wertvolle Kenntnisse in Medien und Sportbusiness ein. Gemeinsam bildeten Starck (als CEO), Hummels (Präsident), Podolski und de Buhr anfangs das Kernteam hinter der Liga.

Aufbau der Liga und frühe Eigentümerstruktur

Rechtlich wird die Baller League von der Baller League GmbH mit Sitz in Berlin betrieben. Felix Starck fungiert als Geschäftsführer. In der Anfangsphase hielten vor allem die Gründer Anteile: Starck als Ideengeber, Hummels und Podolski als prominente Mit-Eigentümer sowie Thomas de Buhr in einer leitenden Rolle. Hinweise deuten darauf hin, dass zudem ein zunächst nicht namentlich genannter deutscher Großunternehmer Kapital beigesteuert hat, um die Liga an den Start zu bringen. Diese Anschubfinanzierung (ein erster Seed-Funding von etwa 8 Mio. US-Dollar im Sommer 2024) legte den Grundstein, um die aufwendige Produktion der Hallen-Fußballliga aufzubauen.

In ihrer Debütsaison 2024 in Deutschland kombinierte die Baller League klassischen Fußball (6-gegen-6 auf einem Indoor-Kleinfeld) mit modernen Show-Elementen. Zwölf Teams traten an, geführt von bekannten Influencern, Ex-Profis und Prominenten als Team-Managern. Dieses Konzept zog schnell ein junges Publikum an – die Spiele wurden live auf Twitch und YouTube gestreamt und erreichten teils Millionenpublika pro Spieltag. Der anfängliche Erfolg bestätigte die Gründer in ihrem Vorhaben und machte die Liga auch für Investoren interessant.

Veränderungen im Gründerteam

Ende 2024 kam es zu personellen Veränderungen im Gesellschafterkreis der Baller League. Zunächst schied Mitgründer Thomas de Buhr aus der Geschäftsführung und dem Unternehmen aus. Kurz darauf zog sich auch Präsident Mats Hummels als Anteilseigner zurück. Gründe dafür wurden nicht öffentlich im Detail genannt. Branchenbeobachter vermuten, dass Hummels sich angesichts seiner fortgesetzten Profi-Karriere auf den Fußball konzentrieren wollte – ein Engagement als Liga-Präsident kollidiert möglicherweise mit Verpflichtungen gegenüber seinem Verein. De Buhrs Ausscheiden könnte darauf hindeuten, dass sich das Startup in seiner Entwicklungsdynamik neu aufstellte oder strategisch anders ausrichtete. Beide standen dem Projekt aber weiterhin wohlwollend gegenüber, auch wenn sie keine Gesellschafter mehr waren.

Für die Baller League bedeutete dies, dass von den ursprünglichen Protagonisten vor allem Felix Starck und Lukas Podolski an Bord blieben. Starck führt weiterhin als CEO die Geschäfte. Podolski ist nach wie vor eng eingebunden – er wird weiterhin als Mitinhaber und Gesicht der Liga wahrgenommen. In der ersten Saison agierte er auch selbst als Manager eines Teams (Streets United) und repräsentierte die Liga nach außen. Zudem war Podolski federführend daran beteiligt, frisches Kapital einzuwerben: „Der Baller League ist mehr als nur Spaß und Show; es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln des Straßenfußballs,“ erklärte er begeisternd und überzeugte damit Geldgeber. Laut einem Bericht sicherte Podolski in Gesprächen mit Investoren insgesamt rund 33 Mio. US‑Dollar für die Liga.

Finanzierung und Einstieg von Investoren

Mit Blick auf die Eigentümerfrage ist entscheidend, wer seit Ende 2024 Kapital in die Baller League investiert hat – denn diese Investoren halten nun ebenfalls Firmenanteile. Im Dezember 2024 erhielt die Baller League eine große Finanzspritze: In einer ersten größeren Finanzierungsrunde („Series A“) investierte der schwedische Wagniskapitalgeber EQT Ventures 25 Mio. US-Dollar in das Unternehmen. Dieses Investment erhöhte die Gesamtfinanzierung auf über 33 Mio. Dollar und sollte die Expansion der Liga ins Ausland ermöglichen. EQT Ventures ist ein renommierter Tech-Investor (bekannt u.a. für Beteiligungen an Spotify und King) und sieht in der Baller League Potenzial für eine neue Ära des Sportentertainments.

Zeitgleich traten weitere Gesellschafter auf den Plan. Laut einem Kicker-Bericht vom November 2024 haben mehrere internationale Investoren Anteile an der Baller League GmbH erworben, als Hummels und de Buhr ausschieden. Dazu zählen:

Eberg Capital (USA) – Die Beteiligungsgesellschaft des US-Investors Roger Ehrenberg stieg als Anteilseigner ein. Ehrenberg ist ein profilierter Sportinvestor (u.a. Engagements in US-Sportligen und eSports) und bringt erhebliche Profisport-Expertise in das Projekt ein. Kicker bezeichnet ihn als „geballte Profisportkompetenz“ für die Baller League.

885 Capital (Dubai) – Hinter diesem Investorennamen stehen zwei Unternehmer aus Dubai, Sudeep Ramesh Ramnani und Jai Ashok Mahtani. Sie haben zusammen rund 7,8 % der Anteile übernommen (Ramnani 4,8 %, Mahtani 3,0 %). Ramnani und Mahtani sind die Gründer von 885 Capital, einem Investmentfonds mit Fokus auf Sport- und Technologieprojekte. Ihre Beteiligung signalisiert Vertrauen in das Konzept, Fußball innovativ für ein digitales Publikum neu aufzubereiten. In einem Interview betonte Ramnani, das Potential des Kleinfeld-Fußballs in Kombination mit Social-Media-Elementen habe ihn überzeugt.

APEX Capital (Europa) – APEX ist ein Sport-Investment-Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Profisportler als Investoren zusammenzubringen. Anfang 2025 verkündete Baller League eine Partnerschaft mit APEX: Über APEX beteiligte sich ein Konsortium namhafter Fußballprofis an der Liga. Zu dieser Gruppe gehören aktive und ehemalige Spieler der englischen Premier League, darunter Mason Mount (Manchester United), Diogo Jota (Liverpool), Diogo Dalot (ManUnited), José Fonte, André Silva und weitere. Gemeinsam investierten sie einen substantiellen Betrag in die Baller League – laut Sportmedien rund 23 Mio. € im Rahmen der Series A (als Teil des oben erwähnten 25 Mio. $-Pakets, das von EQT angeführt wurde). APEX-CEO António Caçorino erklärte, man habe die Spiele in Deutschland live erlebt und sei überzeugt vom internationalen Erfolgspotential der Liga. Für die Baller League bedeutet dieses Investment nicht nur frisches Kapital, sondern auch wertvolles Marketing: Die beteiligten Fußballstars fungieren nun zugleich als Botschafter der Liga in ihren Fan-Communities.

Diese Investoren ergänzen die Gründeranteile. Dabei ist anzunehmen, dass Teile der von Hummels und de Buhr gehaltenen Geschäftsanteile an die neuen Geldgeber übergegangen sind. Die Baller League GmbH erhöhte ihr Stammkapital Ende 2024 von 30.000 € auf 35.000 €, was auf die Neuaufnahme von Gesellschaftern hinweist. Durch geschicktes Beteiligungsmanagement konnte frisches Geld eingesammelt werden, ohne dass ein Einzelakteur die komplette Kontrolle erhält – stattdessen verteilt sich die Eigentümerschaft nun auf mehrere Schultern.

Aktuelle Eigentümerstruktur

Heute gehört die Baller League einer Mischung aus ursprünglichen Gründern und neuen Investoren. Die wichtigsten Anteilseigner lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Felix Starck (Gründer & CEO) – Starck ist kreativer Kopf und hält weiterhin einen maßgeblichen Anteil. Er steuert das operative Geschäft und prägt die strategische Ausrichtung der Liga.

Lukas Podolski (Co-Founder) – Podolski ist als Mitgründer und Werbeträger beteiligt. Er dürfte einen signifikanten Minderheitsanteil besitzen und bleibt das bekannteste Gesicht der Liga. Seine aktive Rolle bei Sponsoren- und Investorengesprächen zeigt sein unternehmerisches Interesse am Erfolg des Projekts.

EQT Ventures – Der Venture-Capital-Fonds aus Schweden ist seit Ende 2024 größter externer Kapitalgeber. EQT führt die Investorengruppe an und hält einen entsprechend großen Anteil, der aus der 25-Mio.-Dollar-Finanzierung resultiert. Die Beteiligung von EQT unterstreicht den Anspruch, die Baller League global auszubauen.

Eberg Capital (Roger Ehrenberg) – Der US-Investor Ehrenberg ist über seine Firma Eberg Capital beteiligt. Seine genaue Quote wurde nicht öffentlich genannt, doch er bringt vor allem Know-how aus dem nordamerikanischen Sportbusiness ein. Ehrenberg investiert verstärkt in Sport-Startups und sieht in der Baller League offenbar eine Chance, frühzeitig an einer möglichen Erfolgsgeschichte beteiligt zu sein.

885 Capital (Sudeep Ramnani & Jai Mahtani) – Die beiden in Dubai ansässigen Investoren halten gemeinsam knapp 8 % und repräsentieren damit einen mittelgroßen Anteil. Ihre Präsenz spiegelt die Internationalität des Projekts wider – Kapital aus dem Nahen Osten fließt hier in ein deutsches Sportstartup.

APEX / Spieler-Investoren – Über APEX sind mehrere namhafte Fußballprofis indirekt beteiligt. Diese Athleten-Gruppe hält zwar individuell nur kleine Anteile, aber in Summe stellt sie einen wichtigen strategischen Partner dar. Für die Baller League ergibt sich daraus nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch mediale Reichweite durch die involvierten Spieler (die das Projekt in England, Portugal, Türkei u.a. bekannt machen).

Neben diesen Hauptakteuren könnten kleinere Anteile bei weiteren Partnern liegen. Berichten zufolge gehörte zeitweise z.B. auch die New Yorker Investmentgesellschaft Eberg Capital zu den Gesellschaftern, und es gibt Hinweise auf einen in Malta registrierten Investor im Hintergrund (möglicherweise als Holding eines Großanlegers). Die exakten Eigentumsverhältnisse sind nicht bis ins letzte Detail öffentlich, was in der Startup-Welt üblich ist – viele Investoren agieren über Firmenkonstrukte.

Klar ist jedoch: Kein einzelner Investor kontrolliert die Baller League vollständig. Vielmehr handelt es sich um ein Konsortium aus Gründerteam und Kapitalgebern, die gemeinsam auf den Erfolg der Liga setzen. Felix Starck als CEO und Vordenker dürfte weiterhin eine führende Rolle spielen, während Podolski als Mitinhaber die Brücke zur Fußball-Community schlägt. Die Investoren wie EQT und APEX wiederum liefern die finanziellen Mittel und strategische Unterstützung, um die internationale Expansion voranzutreiben.

Fazit: Prominente Namen und Venture Capital Hand in Hand

Die Frage „Wem gehört die Baller League?“ lässt sich beantworten mit: einer Allianz aus Fußballstars und Finanzinvestoren. Ursprünglich von Felix Starck mit Mats Hummels, Lukas Podolski und Thomas de Buhr gegründet, hat sich die Eigentümerstruktur nach erfolgreichen Pilot-Saisons deutlich verbreitert. Heute halten neben den verbliebenen Gründern Starck und Podolski vor allem professionelle Investoren aus dem In- und Ausland die Anteile – von einem schwedischen VC-Fonds über einen US-Sportinvestor bis hin zu Unternehmern aus Dubai und einer Gruppe prominenter Fußballprofis.

Diese vielfältige Eigentümerrunde spiegelt den Charakter der Baller League wider: Sie ist ein Hybrid aus Sport und Entertainment, der sowohl traditionelle Fußballkompetenz (durch die Ex-Profis) als auch modernes Startup-Know-how und Kapital vereint. Für ein Wirtschaftsmagazin ist dies ein bemerkenswertes Fallbeispiel: Hier entsteht ein neues Sportprodukt in Deutschland, dessen Kapitalstruktur global aufgestellt ist und das von der Strahlkraft bekannter Namen profitiert.

In Zukunft wird spannend sein, wie sich diese Gesellschafter-Allianz bewährt. Die Baller League plant weitere Expansion (UK-Start 2025, USA-Start 2026). Mit den aktuellen Eignern hat sie dafür eine solide Basis – Visionäre Gründer, fußballerische Aushängeschilder und finanzstarke Partner ziehen an einem Strang, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Die Antwort auf die Eigentumsfrage zeigt somit: Die Baller League gehört nicht „einem“, sondern sie ist das gemeinsame Projekt vieler – und genau das könnte ihr größter Trumpf sein.

© All rights reserved.