Erstellt von Lana

„GEO ist die neue Pflichtkür für den Mittelstand" – Oliver van Royen im Interview über Generative Engine Optimization

letzte Aktualisierung: Sep. 2026

KI unterstützt

Was bedeutet Generative Engine Optimization (GEO) für mittelständische Unternehmen, und warum reicht klassisches SEO allein nicht mehr aus? Oliver van Royen, Geschäftsführer der .wtv Württemberger Medien GmbH & Co. KG aus Stuttgart, spricht im Interview darüber, wie KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity und Gemini die Online-Sichtbarkeit verändern und was regionale Unternehmen daraus ableiten sollten.

Vom Suchergebnis zur KI-Antwort: Warum sich Sichtbarkeit gerade neu sortiert

Unternehmerblatt: Herr van Royen, GEO ist derzeit das Buzzword im Online-Marketing. Was steckt für Sie dahinter, jenseits des Hypes?

Oliver van Royen: Generative Engine Optimization ist die konsequente Antwort auf eine einfache Beobachtung: Immer mehr Menschen stellen ihre erste Frage zusätzlich oder anstelle einer klassischen Suchmaschine bei KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Auch in den Google-Ergebnissen selbst sehen Nutzer in vielen Fällen eineKI-gestützte Übersicht, die sogenannten AI Overviews. Das verändert die Spielregeln. Klassisches SEO sorgt dafür, dass Sie in der Trefferliste möglichst weit oben stehen. GEO sorgt dafür, dass Sie in der generierten Antwort überhaupt vorkommen: als Marke, als Quelle, als zitierter Experte. Gerade in der ersten Entscheidungssekunde des Kunden ist Sichtbarkeit entscheidend. Fehlt ein Unternehmen in KI-generierten Antworten, wird es schnell übersehen. Einen Überblick über unsere Arbeit für mittelständische Unternehmen finden Sie unter w-medien.de.

Unternehmerblatt: Ist das nicht ein Thema für Konzerne mit eigenem Digitalteam?

Oliver van Royen: Im Gegenteil. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können profitieren, weil KI-Modelle erfahrungsgemäß gut mit klar strukturierten und thematisch fokussierten Inhalten umgehen. Ein regionaler Handwerksbetrieb, eine Steuerkanzlei oder ein spezialisierter Maschinenbauer hat oft mehr echtes Fachwissen als mancher generische Ratgeberartikel im Netz. Wenn Sie dieses Wissen sauber aufbereiten, hat es bessere Chancen, von KI-Systemen aufgegriffen zu werden. Darin liegt für den Mittelstand eine große Chance. Zugleich ist genau das die Aufgabe, die wir aktuell gemeinsam mit unseren Kunden angehen.

SEO und GEO: kein Gegensatz, sondern zwei Ebenen derselben Strategie

Unternehmerblatt: Bedeutet GEO das Ende der klassischen Suchmaschinenoptimierung?

Oliver van Royen: Ganz klar nein. SEO bleibt das Fundament. Eine Website, die technisch sauber ist, schnell lädt, mobil funktioniert und thematisch klare Strukturen hat, ist die Voraussetzung dafür, dass KI-Systeme die Inhalte überhaupt verlässlich auslesen und einordnen können. GEO setzt darauf auf. Wir denken intern in zwei Ebenen: Die SEO-Ebene sorgt dafür, dass Sie auffindbar sind. Die GEO-Ebene sorgt dafür, dass Sie zitierfähig sind. Wer heute nur SEO macht, lässt KI-Sichtbarkeit liegen. Wer nur auf GEO setzt, ohne sein technisches Fundament im Griff zu haben, baut auf Sand.

Unternehmerblatt: Was unterscheidet GEO-Content vom klassischen SEO-Text?

Oliver van Royen: Klassische SEO-Texte sind oft auf Keywords und Suchvolumen optimiert. GEO-Inhalte sind stärker auf Fragen, klare Aussagen und Belege ausgerichtet. KI-Systeme bevorzugen erfahrungsgemäß Inhalte, die eine konkrete Frage präzise beantworten, idealerweise mit Beispielen, Quellen und klaren Definitionen. Wir arbeiten deshalb stärker mit Frage-Antwort-Strukturen, mit Definitionen am Anfang eines Abschnitts und mit konkreten Beispielen aus dem Unternehmensalltag. Ein Satz wie „Wir sind seit vielen Jahren am Markt“ ist für eine KI wenig anschlussfähig. Eine belegbare, präzise Aussage zum Nutzen einer Maßnahme hingegen schon.

Die häufigsten Fehler, und was Unternehmer stattdessen tun sollten

Unternehmerblatt: Wo erleben Sie in Beratungsgesprächen die größten Missverständnisse?

Oliver van Royen: Drei Punkte tauchen immer wieder auf. Erstens: Viele Unternehmer glauben, GEO sei ein einmaliges Projekt. Es ist aber eine kontinuierliche Disziplin, weil sich die KI-Modelle laufend weiterentwickeln. Zweitens: Es wird unterschätzt, wie wichtig die eigene Marke außerhalb der eigenen Website ist. KI-Systeme bauen ihr Bild eines Unternehmens aus vielen Quellen, darunter Verzeichniseinträge, Bewertungen, Fachportalen und Pressebeiträge. Unternehmen mit geringer digitaler Präsenz werden von KI-Assistenten oft nicht als relevante Quelle aufgegriffen. Drittens: Viele unterschätzen die Rolle authentischer Bewertungen und einer gepflegten Online-Reputation. Wir bei den Württemberger Medien arbeiten seit Jahren mit einem eigenen Bewertungsmanagement, und genau dieses Fundament zahlt jetzt direkt auf GEO ein.

Unternehmerblatt: Was empfehlen Sie einem Mittelständler, der heute mit GEO startet?

Oliver van Royen: Zunächst Inventur machen. Was sagt die KI heute schon über Ihr Unternehmen, Ihre Branche, Ihre Region? Stellen Sie ChatGPT oder Perplexity konkrete Fragen aus Kundensicht und sehen Sie sich an, welche Marken genannt werden. Danach Inhalte schärfen. Beantworten Sie auf Ihrer Website die echten Fragen Ihrer Kunden in klarer Sprache, mit Beispielen und überprüfbaren Fakten. Anschließend sollten Sie Präsenz aufbauen. Sorgen Sie für saubere Einträge in relevanten Verzeichnissen, für eine belastbare Bewertungsbasis und für regelmäßige Beiträge in Fachmedien. Das ist kein Hexenwerk, aber es braucht Konsequenz.

Regionaler Mittelstand und KI-Sichtbarkeit: ein unterschätztes Paar

Unternehmerblatt: Sie arbeiten überwiegend mit regionalen Mittelständlern, mit Schwerpunkt Stuttgart und der Region Württemberg. Wie wichtig ist GEO für lokale Anbieter?

Oliver van Royen: Sehr wichtig. Gerade bei lokalen Fragen – „Wer ist ein guter Steuerberater in der Region?“ oder „Welche Online-Marketing-Agentur passt zu einem Handwerksbetrieb in Süddeutschland?“ – greifen KI-Systeme häufig auf strukturierte regionale Quellen zurück. Mit gepflegten Einträgen, konsistenten Unternehmensdaten und stimmigen Bewertungen hat man bessere Chancen, in den Antworten genannt zu werden. Werden diese Dinge vernachlässigt, fällt man aus dem Bild. Kunden, die in den letzten Jahren konsequent in Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Online-Reputation investiert haben, profitieren jetzt doppelt, einmal in der klassischen Suche und einmal in der KI-Antwort.

Unternehmerblatt: Was bedeutet das für die Rolle einer Online-Marketing-Agentur?

Oliver van Royen: Unser Job wird vielschichtiger. Heute sprechen wir mit Kunden über Webdesign und Website-Erstellung, SEO und SEA, Social Media Marketing, Videomarketing, TV-Werbung, Verzeichniseinträge, Bewertungsmanagement, Mitarbeitergewinnung, und jetzt eben auch über GEO. Entscheidend ist, all diese Bausteine zusammen zu denken. Ohne Bewertungen fehlt selbst einer professionellen Website oft ein entscheidender Vertrauensimpuls. Gute Bewertungen ohne strukturierte Inhalte werden von KI-Systemen kaum verknüpft. Erst das Zusammenspiel macht eine Marke wirklich sichtbar, und damit auch relevanter für die KI. Genauso wichtig: Unsere Kunden wollen nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern auch qualifizierte Mitarbeiter. Auch dort spielt KI-Sichtbarkeit zunehmend eine Rolle, wenn Bewerber sich vorab über potenzielle Arbeitgeber informieren.

Ausblick: Worauf Unternehmer in den nächsten Monaten achten sollten

Unternehmerblatt: Zum Abschluss: Worauf sollten Unternehmer in den nächsten zwölf Monaten besonders achten?

Oliver van Royen: Die Frage ist nicht, ob KI die Sichtbarkeit von Unternehmen verändert, sondern wer davon profitiert. Sichtbar werden künftig vor allem die Unternehmen, die ihre Expertise nachvollziehbar, glaubwürdig und kontinuierlich nach außen tragen. Darin liegt eine große Chance für den Mittelstand.

Unternehmerblatt: Herr van Royen, vielen Dank für das Gespräch.Zur Person: Oliver van Royen ist Geschäftsführer der .wtv Württemberger Medien GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart. Die Agentur unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen, mit Schwerpunkt auf regionalen Mittelständlern und lokalen Betrieben, bei Online-Marketing, Webdesign und Website-Erstellung, SEO und SEA, Social Media Marketing, Videomarketing, TV-Werbung, Verzeichniseinträgen, Online-Reputation sowie bei der Mitarbeitergewinnung.

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