Das deutsche Hotelunternehmen Lindner Hotels AG rückte Ende 2024/2025 mehrfach in den Schlagzeilen auf – doch was ist dran an den Spekulationen über eine drohende Pleite? In unserer Aktualitätsanalyse 2025 sichten wir Medienberichte und Pressemitteilungen. Lindner Hotels hat zwar im Dezember 2024 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, doch laut aktuellen Berichten und Abschlüssen ist die Gruppe heute restrukturiert und stabilisiert. Mit den folgenden Fakten klären wir, wie es dazu kam und wie der gegenwärtige Stand ist, damit Leserinnen und Leser verstehen, ob Gefahr im Verzug ist oder nicht.
Die Lindner Hotelgruppe mit Sitz in Düsseldorf führt rund 35 Hotels und Resorts – darunter Lindner Hotels & Resorts, me and all, 7Pines Resorts und die L-Collection – in mehreren Ländern. Rund 650 Mitarbeiter waren zuletzt direkt bei der AG beschäftigt. Wie viele andere Hoteliers spürte das Unternehmen in den Jahren nach der Corona-Pandemie und angesichts hoher Inflationsraten und gestiegener Kosten zunehmend Druck. Laut Unternehmensangaben konnten Einnahmenrückgänge und Kostensteigerungen bei Mieten, Energie, Material und Zinsen selbst durch Einsparungsmaßnahmen oder strukturelle Anpassungen nicht mehr vollständig kompensiert werden.
Erste Berichte über finanzielle Schwierigkeiten und Umstrukturierungen kursierten bereits im Herbst 2024. In einer offiziellen Mitteilung erklärte Generalbevollmächtigter Dr. Frank Kebekus Ende 2024, dass das Unternehmen das Instrument der Insolvenzordnung nutze, um langfristig zu überleben. Das Ziel sei eine nachhaltige Restrukturierung unter Fortbetrieb sämtlicher Hotels, um Arbeitsplätze zu sichern und die Unternehmensgruppe zu stabilisieren.
Trotz dieser Sparmaßnahmen sicherte Lindner zu, dass der reguläre Hotel- und Gastronomiebetrieb weiterhin läuft. Zimmer blieben buchbar und Gäste wurden wie gewohnt empfangen. Die Presse betonte, es gebe bittere Einbrüche, die durch konventionelle Instrumente nicht länger aufgefangen werden konnten, weshalb Eigenverwaltung beantragt wurde. Diese Form der Insolvenz erlaubt einen Sanierungsplan unter Aufsicht, während der operative Betrieb weiterläuft.
Am 16. Dezember 2024 bestätigte das Amtsgericht Düsseldorf auf Antrag der Lindner Hotels AG das Eröffnungsverfahren in Eigenverwaltung. Formal meldete Lindner Insolvenz an – man war zahlungsunfähig. Gleichzeitig wurde jedoch betont, dass der Betrieb normal weiterläuft. Während des Eigenverwaltungsverfahrens ergriff das Unternehmen Restrukturierungsmaßnahmen, hielt jedoch seinen regulären Betrieb aufrecht.
Laut Angaben betreibt Lindner derzeit Hotels an etwa 13 Standorten in Deutschland, plus einige weitere in Europa und den USA, mit rund 850 Beschäftigten insgesamt. Der Antrag zur Eigenverwaltung erfolgte, weil selbst umfangreiche Sparrunden die Belastungen durch Rezession, erhöhte Kosten und Inflationsfolgen nicht mehr ausgleichen konnten.
Die Berichterstattung war eindeutig: Lindner war zahlungsunfähig, nutzte jedoch das Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung. Es gab keine Hotel-Schließungen aufgrund der Insolvenz, sondern gezielte Einsparungen im Personal und Management. Branchenbeobachter hoben hervor, dass der Schritt frühzeitig erfolgte, um die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Das Gericht ernannte Prof. Dr. Dirk Andres zum vorläufigen Sachwalter und Dr. Frank Kebekus zum Generalbevollmächtigten. Unter deren Führung verfolgte die Lindner-Gruppe einen klaren Sanierungsplan mit mehreren Eckpunkten:
Bereits im Sommer 2025 vermeldete Lindner einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens. Am 26. August 2025 wurde der Insolvenzplan vom Gericht bestätigt. Die Gläubiger stimmten dem Plan einstimmig zu, was bedeutete, dass sie nur einen Teil ihrer Forderungen erhielten. Nach offiziellen Angaben ist die Lindner Hotels AG seither wirtschaftlich restrukturiert und stabilisiert. Der Sachwalter bestätigte: Die Lindner Hotels AG ist heute entschuldet und operativ stabil.
Das Insolvenzverfahren wurde in wenigen Monaten abgeschlossen. Kein einziges Hotel musste schließen. Auch alle Arbeitsplätze in den Hotels konnten erhalten werden. Lediglich im Konzernmanagement wurden Strukturen gestrafft und Positionen reduziert, um effizienter zu arbeiten.
Aus heutiger Sicht, im Herbst 2025, ist Lindner Hotels nicht in akuter Gefahr einer Pleite. Das Verfahren ist erfolgreich beendet, das Unternehmen operiert weiter. Lindner gilt nun als wieder uneingeschränkt handlungsfähig und finanziell entschuldet. Die Neuausrichtung und der Erfolg der Eigenverwaltung werden als großer gemeinsamer Erfolg bezeichnet. Branchenbeobachter betonen, dass die Restrukturierung abgeschlossen ist und keine akuten Schließungspläne mehr bestehen.
Mit Abschluss der Sanierung übernahm Adrian Lindner, Enkel des Gründers Otto Lindner, als neuer CEO die Leitung. Er will den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und die verbliebenen Hotels mit klaren Markenprofilen weiterführen. Es ist geplant, die Partnerschaft mit Hyatt unter dem Konzept „Joie de Vivre“ fortzuführen.
Allerdings ist das Vertrauen im Markt nach der Insolvenz erschüttert. Lindner betont daher, dass künftig besonders auf Stabilität, Transparenz und Zuverlässigkeit geachtet wird. Bisherige Aussagen der Geschäftsführung und Gläubiger zeigen keine Anzeichen einer erneuten finanziellen Notlage. Im Gegenteil: Langfristige Lösungen für die bestehenden Häuser stehen zur Umsetzung an.
Sind Lindner Hotels pleite? Nein – das Unternehmen war zwar zahlungsunfähig im Sinne des Gesetzes, hat das Insolvenzverfahren jedoch erfolgreich genutzt, um sich neu aufzustellen. Nach Abschluss des Verfahrens gilt die Lindner Hotels AG als restrukturiert und stabil im Markt aktiv. Weder in offiziellen Angaben noch in aktuellen Berichten ist von einer fortbestehenden Insolvenzgefahr die Rede. Vielmehr bestätigen Branchenexperten, dass alle Hotels ihren Betrieb fortsetzen und die Sanierung als erfolgreich abgeschlossen gilt.
Trotzdem bleibt Vorsicht angebracht: Die Hotellerie ist in Europa weiterhin volatil, und geplante Markenexpansionen können zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Lindner steht weiterhin unter Beobachtung, sich als verlässlicher Partner nach der Krise zu etablieren. Doch aktuell gilt: Lindner Hotels ist nicht von einer Pleite bedroht. Der Sanierungsprozess ist abgeschlossen, der Hotelbetrieb gesichert und die Schuldenlast deutlich reduziert.
Bildquelle: https://bildarchiv.lindner.de/pages/search.php?search=%21collection2257&k=c632360027
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