Ist das Berliner Heizungs-Startup Thermondo in finanziellen Schwierigkeiten oder gar pleite? Diese Frage bewegt derzeit Hausbesitzer, Branchenkenner und Investoren gleichermaßen. Hintergrund sind turbulente Zeiten in der Heizungs- und Energiewende-Branche: Nach Boomjahren folgten Markteinbrüche, einige Wettbewerber meldeten Insolvenz an. Doch was ist dran an der Befürchtung, Thermondo könnte zahlungsunfähig oder von der Insolvenz bedroht sein? Im Folgenden beleuchten wir ausführlich die aktuelle Situation des Unternehmens im Jahr 2025 – von Geschäftskennzahlen über Medienberichte bis zur Marktentwicklung – um zu klären, ob Thermondo vor der Pleite steht oder auf solidem Fundament.
Thermondo wurde 2012 in Berlin gegründet und hat sich seither zu einem der bekanntesten Cleantech-Heizungsinstallateure in Deutschland entwickelt. Das Unternehmen digitalisiert den Heizungsmarkt, indem es Wärmepumpen und andere Heizungssysteme mit eigenen Handwerker-Teams bundesweit installiert. Mit diesem Ansatz macht Thermondo traditionellen lokalen Installationsbetrieben Konkurrenz. Besonders die Kombination aus digitaler Planung und festangestellten Handwerkern zeichnet Thermondo aus.
Inzwischen beschäftigt Thermondo rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist es nach eigenen Angaben der größte Heizungsbauer Deutschlands im Bereich Wärmepumpen. Diese Position wurde auch durch finanzstarke Investoren erreicht: Bereits seit 2021 hält die kanadische Beteiligungsgesellschaft Brookfield eine Mehrheitsbeteiligung. Neben Brookfield zählen weitere Kapitalgeber wie Future Energy Ventures, HV Capital, Vorwerk, Rocket Internet und der Energieversorger E.ON zum Investorenkreis. Die Präsenz solcher Geldgeber deutet darauf hin, dass Thermondo über einen robusten finanziellen Rückhalt verfügt.
Thermondo hat sich vom reinen Heizkessel-Wechseldienst zu einem Anbieter von ganzheitlichen Energielösungen gewandelt. Anfangs lag der Fokus auf dem Tausch von Gas- und Ölheizungen, inzwischen aber klar auf Wärmepumpen und seit 2024 auch auf Photovoltaik. So übernahm Thermondo im April 2024 den Photovoltaik-Spezialisten Febesol aus Baden-Württemberg, um Solaranlagen gemeinsam mit Wärmepumpen als Komplettpaket anzubieten. Durch diesen Zukauf entstand eine Unternehmensgruppe mit etwa 1.000 Beschäftigten und einem erwarteten Jahresumsatz von weit über 200 Millionen Euro. Thermondo positioniert sich damit als Rundum-Anbieter für klimaneutrales Heizen: Wärmepumpe plus Solaranlage aus einer Hand.
Die vergangenen Jahre waren für die Heizungsbranche äußerst wechselhaft. 2022 erlebten Wärmepumpen in Deutschland einen regelrechten Boom, befeuert durch Klimaschutz-Debatten und Förderprogramme. Doch 2023 folgte eine Ernüchterung: Der Markt für Wärmepumpen ist nach dem Boom 2022 stark eingebrochen. Ursache waren vor allem Unsicherheiten durch die politische Debatte um das neue Gebäudeenergiegesetz sowie veränderte Energiepreise. Die monatelange Diskussion über Verbote von Gasheizungen und Förderbedingungen führte dazu, dass viele Hausbesitzer Investitionen zunächst zurückhielten. Gleichzeitig sank der Gaspreis nach dem Höhepunkt 2022 wieder deutlich, während Strom teuer blieb – was ebenfalls die Nachfrage nach Wärmepumpen dämpfte.
Diese Marktdelle traf auch Thermondo spürbar. Das Unternehmen hatte für 2023 ambitionierte Wachstumsziele, die jedoch verfehlt wurden. Statt der ursprünglich angepeilten 10.000 neu installierten Heizsysteme wurden 2023 nur etwa 3.500 Anlagen verkauft. Dadurch blieb auch der Umsatz hinter den Erwartungen zurück und Thermondo schrieb weiter Verluste. Zum Vergleich: 2022 erwirtschaftete Thermondo rund 104 Millionen Euro Umsatz bei etwa 8 Millionen Euro Verlust. Eigentlich wollte das Unternehmen bereits 2023 in die Gewinnzone kommen, was jedoch durch den Markteinbruch vereitelt wurde.
Allerdings zeichnete sich Ende 2023 eine Erholung ab, und im ersten Quartal 2024 verdoppelten sich die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr. Die Heizungsbranche stabilisierte sich, nachdem das Heizungsgesetz beschlossen und die Förderlage klarer wurde. Die positive Dynamik setzte sich 2024 und 2025 fort. Branchenzahlen zeigen, dass Wärmepumpen-Verkäufe in Deutschland im ersten Quartal 2025 deutlich höher lagen als im Vorjahr. Thermondo selbst peilte für 2024 an, circa 8.000 Wärmepumpen zu installieren und damit erstmals operativ einen Gewinn zu erzielen.
Trotz dieser Erholung bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Die Energiewende-Branche ist in Bewegung, und nicht alle Unternehmen haben die Delle von 2023 überstanden. Mehrere Konkurrenten oder vergleichbare Start-ups gerieten zuletzt in die Insolvenz, was bei Verbrauchern die Sorge schürt, ob auch Thermondo gefährdet sein könnte.
Ein Blick auf die Branche zeigt: Einige Solar- und Wärmepumpenanbieter wie Zolar, Wegatech und Eigensonne mussten Insolvenz anmelden. Andere wie Enpal oder 1Komma5° hingegen wuchsen weiter. Thermondo zählt dabei eindeutig zu den finanzstarken großen Akteuren. Das Unternehmen hat einen größeren Marktanteil, eine breitere Aufstellung und solide Investoren. Zudem reagierte Thermondo frühzeitig auf die Marktschwäche 2023, passte Kosten an und erschloss neue Erlösquellen. So konnte das Unternehmen bislang alle Verpflichtungen erfüllen und musste keinen Insolvenzantrag stellen.
Ein zentraler Aspekt bei der Beurteilung von Thermondos Lage sind die Finanzen. Gibt es Anzeichen von Zahlungsschwierigkeiten oder Liquiditätsengpässen? Nach derzeitigem Kenntnisstand: Nein. Thermondo hat in den letzten Jahren erhebliche Mittel eingesammelt, um Wachstum zu finanzieren und Kunden attraktive Angebote zu machen.
Ein wichtiger Meilenstein war im Juli 2025 die Ankündigung, dass Thermondo eine Finanzierungslinie über 50 Millionen Euro von einer internationalen Partnerbank erhalten hat. Dieses Darlehen dient speziell der neuen Offerte thermondo flex: Dabei können Kunden ihre Wärmepumpe per Ratenkauf über bis zu 15 Jahre abbezahlen. Diese Finanzierungslösung zeigt: Erstens vertraut ein großer Kapitalgeber Thermondo genug, um beträchtliche Mittel bereitzustellen. Zweitens reagiert Thermondo auf die Bedürfnisse der Kunden mit neuen Geschäftsmodellen, anstatt in Passivität zu verfallen. Das ist ein klares Indiz für finanzielle Handlungsfähigkeit statt Pleitegefahr.
Darüber hinaus hat Thermondo bewiesen, dass es profitabel arbeiten will. Trotz Verlusten in 2022 und 2023 war das erklärte Ziel, spätestens 2024 die Gewinnzone zu erreichen. Dieses Ziel wurde mehrfach betont und durch Effizienzsteigerungen unterlegt. Es gibt keinerlei Hinweise auf Restrukturierungen oder Schutzschirmverfahren.
Zum 1. November 2024 holte Thermondo den erfahrenen Finanzmanager Josef Gatzek als neuen Chief Financial Officer ins Team. Mit ihm wurde die Finanzführung professionalisiert. Eine solche Nachbesetzung mitten in der Wachstumsphase zeigt Weitsicht und kein Krisenmanagement. Wäre Thermondo knapp bei Kasse, wären andere Maßnahmen notwendig gewesen.
Thermondo zeigt aktuell keine Pleitesymptome. Weder gibt es Berichte über Zahlungsrückstände noch Hinweise auf einen Insolvenzantrag. Stattdessen sieht man Finanzierungsdeals, Managementverstärkung und Expansionsprojekte – all das spricht gegen eine Insolvenzgefahr.
Thermondos Strategie zielt darauf ab, die Marktführerschaft im Zuge der Energiewende weiter auszubauen. Nachdem Gründer Philipp Pausder 2024 in den Beirat wechselte, übernahm Felix Plog als CEO. Er steht für eine Mischung aus Start-up-Mentalität und Professionalisierung. Unter seiner Führung betont Thermondo Qualität und Effizienz. Das heißt: kontrolliertes Wachstum, Kundenzufriedenheit und schlanke Prozesse.
Indem Thermondo neben Wärmepumpen nun Photovoltaik und Stromtarife anbietet, erhöht es den Umsatz pro Kunde und diversifiziert die Einnahmen. Diese Diversifikation verringert das Risiko und stärkt die Position am Markt.
Zum 1. Juli 2025 erweiterte das Unternehmen sein Top-Management um zwei neue Posten: einen Chief People Officer und einen Chief Innovation Officer. Diese personellen Verstärkungen zeigen, dass Thermondo weiter wächst und in seine Organisation investiert. Ein Unternehmen in der Krise würde kaum neue Führungspositionen schaffen.
Natürlich ist auch Thermondo nicht immun gegen Risiken. Die Branche bleibt abhängig von politischen Förderungen und Energiepreisen. Sollte die Nachfrage erneut einbrechen, könnte das Unternehmen unter Druck geraten. Doch aktuell gibt es keine Warnsignale. Im Gegenteil, die bisherigen Maßnahmen zeigen Wirkung. Die Auftragslage ist stabil, das Marktwachstum positiv, und Thermondo profitiert von seiner starken Struktur.
Nach gründlicher Analyse lässt sich die Eingangsfrage klar beantworten: Thermondo ist aktuell nicht pleite und auch nicht von einer Insolvenz bedroht. Das Unternehmen präsentiert sich 2025 als finanziell stabilisiert und strategisch gut aufgestellt.
Thermondo gilt damit als Marktführer, der die Branchenkrise erfolgreich gemeistert hat. Für Hausbesitzer bedeutet das: Thermondo ist derzeit nicht pleite. Verträge und Aufträge werden erfüllt, das Unternehmen expandiert weiter.
Fazit: Nach heutigem Stand kann Entwarnung gegeben werden: Thermondo ist nicht pleite. Das Unternehmen hat die schwierige Phase 2023 überwunden und steht 2025 auf festen wirtschaftlichen Beinen.
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