Die Roadfans GmbH galt als einer der größten Wohnmobilanbieter Deutschlands. Mit über 1.100 Fahrzeugen und 13 Standorten bundesweit zählte das 2017 gegründete Startup zu den führenden Vermietern von Campingfahrzeugen. Die junge Firma aus Mönchengladbach setzte auf ein innovatives Buchungssystem: Wohnmobile sollten digital rund um die Uhr gemietet und zurückgegeben werden können. Während der Corona-Pandemie erlebte Roadfans einen starken Aufschwung und eine rasche Expansion der Flotte. Doch im Herbst 2024 kam es zum massiven Umschwung. Immer mehr Berichte deuteten darauf hin, dass Roadfans in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Nun stellt sich die Frage: Steht Roadfans vor der Pleite oder kann das Unternehmen gerettet werden? Unsere Recherche zeigt eindeutig: Roadfans hat im Oktober 2024 Insolvenz angemeldet und ist derzeit faktisch pleite.
Roadfans wurde 2017 von Jan Philipp Harmes und Joscha Stephan gegründet und spezialisierte sich auf die Vermietung und den Verkauf von kompakten Wohnmobilen, die mit dem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden können. Die Gründer versprachen flexible Abhol- und Rückgabezeiten rund um die Uhr. Statt klassischer Stationen mit Personal nutzte Roadfans ausschließlich automatisierte Übergabestationen und eine App. In kurzer Zeit wuchs das Unternehmen stark: Neben der Vermietung kamen auch Werkstätten und ein Handel mit Neufahrzeugen hinzu. Mit einem Fuhrpark von rund 1.100 Wohnmobilen an 13 Standorten zählte Roadfans zu den größten Anbietern der Szene. Besonders der Pandemie-Boom beim Urlaub auf Rädern sorgte für einen regelrechten Höhenflug der Nachfrage, den das junge Unternehmen nutzte, um seine Flotte rasant zu vergrößern.
Mit dem Ende des Pandemie-Booms kehrte allerdings schon 2022/2023 Ernüchterung ein. Die Nachfrage nach Miet-Wohnmobilen sank, während gleichzeitig die Kosten stiegen. Höhere Zinsen und Inflation belasteten die Finanzierung von Neufahrzeugen. Verschärft wurden die Probleme durch den zunehmenden Wettbewerb und gesättigte Märkte. In einer Mitteilung des Unternehmens vom Oktober 2024 wurden als Ursachen etwa schwankender Markt und schwierige Rahmenbedingungen genannt. Dort heißt es: Nach Jahren des Branchenwachstums kam es zu einer Überproduktion. Gestiegene Zinsen erhöhten gleichzeitig den Preisdruck. Diese schwierigen Rahmenbedingungen führten zur Insolvenz. Mit anderen Worten: Finanzielle Schwierigkeiten durch starke Expansion und ein nachlassendes Nachfrage-Umfeld hatten Roadfans in ernste Nöte gebracht.
Im Ergebnis musste die Geschäftsführung feststellen, dass die Verbindlichkeiten die Liquidität übersteigen. Deshalb beantragte Roadfans am 17. Oktober 2024 beim Amtsgericht Mönchengladbach formell die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Zeitgleich bestellte das Gericht den Düsseldorfer Rechtsanwalt Nikolaos Antoniadis zum vorläufigen Insolvenzverwalter. In einer Pressemitteilung hieß es dazu: Der vorläufige Insolvenzverwalter und sein Team setzen alles daran, den Geschäftsbetrieb gemeinsam mit der Geschäftsführung zu stabilisieren und fortzuführen. Zunächst ruhte daher die Vermietung, während versucht wurde, Investoren für eine Rettung zu gewinnen. Gleichzeitig blieben aber die Reparatur- und Verkaufsabteilungen im Betrieb: Werkstätten nahmen weiterhin Fahrzeuge an, und mit Zustimmung des Verwalters wurden auch Verkäufe neuer Wohnmobile abgewickelt.
Die jüngsten Meldungen bestätigen, dass Roadfans nicht nur droht, sondern faktisch bereits gescheitert ist. In den Tagen um Ende Februar 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es seinen Betrieb endgültig einstellen müsse. Der Insolvenzverwalter zog sämtliche Register, konnte aber keinen Komplettübernehmer finden. Es war keiner bereit, das Unternehmen Roadfans als Ganzes zu übernehmen und in das Unternehmen zu investieren. Somit blieb Roadfans ohne Käufer und ohne finanzielle Rettung.
Folglich endeten am 28. Februar 2025 alle Vermietungs- und Verkaufstätigkeiten. Die offizielle Stellungnahme des Unternehmens auf Facebook lautete: Nach acht Jahren musste unser Unternehmen am 28.02.25 seine Türen schließen. Wir danken Ihnen für die langjährige Treue, das Vertrauen und auch die wunderbaren Urlaubsfotos, so das Team von Roadfans. Mit dieser Botschaft machte das Unternehmen klar: Die Türen sind dicht, die Geschäftstätigkeit eingestellt. Auch Pressebeobachter sprechen von einem definitiven Aus. Roadfans nach dem Insolvenzantrag macht endgültig dicht, titelte eine regionale Zeitung.
Für Kunden und Geschäftspartner bedeutet dies: Das Insolvenzverfahren läuft aktuell. Bereits am 28. Februar 2025 wurde das Verfahren formell eröffnet. Seither werden Forderungen der Gläubiger, also Kunden, Lieferanten und Partner, in einem offiziellen Verfahren bearbeitet. Ehemalige Kunden wurden auf verschiedene Portale verwiesen und müssen ihre Ansprüche, etwa Anzahlungen, Kautionen oder Gutscheine, gegenüber dem Insolvenzverwalter anmelden. Laut Insolvenzverwaltung dürfen Rückzahlungen von bis zum 17. Oktober 2024 geleisteten Kautionen oder Zahlungen aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht erfolgen. Mit anderen Worten: Vorauszahlungen und Depositen fallen in die Insolvenzmasse und werden voraussichtlich nur anteilig und verspätet ausgezahlt.
Kunden mit aktuell gebuchten Reisen müssen in der Regel mit einer Stornierung rechnen. Laut Pressemitteilung werden laufende Buchungen storniert und die Mietfahrzeuge zurückgefordert. Kunden, die derzeit mit einem Wohnmobil unterwegs sind, dürfen die Reise aber vertragsgemäß zu Ende führen und müssen den Camper am vereinbarten Ort abstellen. Mitarbeiter der Roadfans GmbH sind zwar bis Ende 2024 durch Insolvenzgeld der Bundesagentur abgesichert, aber seit Februar 2025 besteht kein Arbeitsplatz mehr: Das gesamte Unternehmen ist geschlossen. Es wird über eine mögliche Übernahme einzelner Werkstätten gesprochen, doch dies betrifft nur Teile des Servicebetriebs, nicht den Wohnmobilvermietungsbetrieb als Ganzes.
Nach der Schließung wird der Insolvenzverwalter nun voraussichtlich die Vermögenswerte verwerten. Wie üblich können dabei verschiedene Wege eingeschlagen werden: Zwar wird nach Investoren gesucht, jedoch wurde bislang kein Gesamtkonzept gefunden. Ein größerer Hoffnungsschimmer besteht nur für die Werkstätten: Hier ist zumindest teilweise eine Weiterführung angedacht. Für den Kern der Roadfans-Flotte sieht es jedoch schlecht aus. In der Analyse zum Verfahren werden drei mögliche Szenarien für insolvente Startups skizziert: Übernahme durch einen Investor, Restrukturierung mit neuem Konzept oder vollständige Liquidation. Da kein Investor das bestehende Geschäft übernehmen möchte, droht Roadfans die dritte Option. Ein Komplettverkauf der einzelnen Assets, also Fahrzeuge und Material, dürfte anstehen. Die Marke Roadfans selbst könnte unter Umständen an Investoren verkauft werden; dies wird derzeit geprüft.
Zusammengefasst zeigt sich: Roadfans ist aktuell nicht nur von Insolvenz bedroht, das Unternehmen ist bereits insolvent und hat den Betrieb eingestellt. Sowohl Vermietung als auch Neuwagenverkauf wurden ab Februar 2025 ein für alle Mal beendet. Die laufenden Insolvenzverfahren werden nun abgewickelt. Für Kunden ist damit klar, dass keine Wohnmobil-Miete mehr stattfinden wird und ausgezahlte Kautionen in der Regel verloren sind. Selbst Gründer und Insolvenzverwalter betonen, dass die Chance auf Fortführung gering ist: Ohne externes Kapital wird es wohl nur zur Abwicklung kommen.
Unsere Recherche ergibt ein eindeutiges Bild: Roadfans hat Ende 2024 offiziell Insolvenz beantragt und Anfang 2025 den Geschäftsbetrieb eingestellt. Das Unternehmen ist faktisch pleite. Wie das Amtsgericht und die Presse bestätigen, wurde das Insolvenzverfahren im Februar 2025 eröffnet und unmittelbar darauf der Betrieb komplett eingestellt. Wer also aktuell fragt, ob Roadfans noch über Wasser ist, muss leider verneinen. Alle Zeichen stehen auf Abwicklung. Damit endet vorerst das Kapitel eines einst vielbeachteten Startups in der deutschen Wohnmobilbranche.
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