Erstellt von Lana

Ist Depot insolvent? Insolvenz 2024, Filialschließungen und Neustart 2026

letzte Aktualisierung: März 2026

Aktualisierung – März 2026

Dieser Artikel wurde im März 2026 vollständig neu verfasst. Neueste Entwicklung: Depot führt den Betrieb seit April 2025 unter der neu gegründeten GDC Deutschland GmbH fort. Mehr als 100 Filialen wurden geschlossen, rund 2.000 Stellen gestrichen. Die Marke existiert weiter, aber in deutlich kleinerem Rahmen.

Depot auf einen Blick – Stand: März 2026

Insolvenzstatus Ja, Insolvenz in Eigenverwaltung seit 15. Juli 2024.
Neues Unternehmen GDC Deutschland GmbH (seit 1. April 2025), Eigentümer bleibt Christian Gries
Filialnetz 150 bis 180 Standorte (von ehemals rund 300 in Deutschland)
Geschäftsführung Christian Gries und Marco De Benedetti (ehemals Tupperware-Deutschlandchef)
Mitarbeiter Ca. 1.300 (nach rund 2.000 Stellenstreichungen im Zuge der Sanierung)
Schweiz/Österreich Schweiz: Konkurs Januar 2025, alle 34 Filialen geschlossen. Österreich: ebenfalls betroffen.

Depot gehörte jahrelang zu den Stammgästen in deutschen Innenstädten. Die Deko-Kette mit ihren Glas- und Wohnaccessoires hatte gut 400 Filialen in Deutschland und war in der Schweiz und Österreich präsent. Im Sommer 2024 war der Absturz nicht mehr aufzuhalten: Depot meldete Insolvenz an.

Die Kurzantwort lautet: Ja, Depot ist insolvent im rechtlichen Sinne. Das ursprüngliche Unternehmen, die Gries Deco Company GmbH, wird abgewickelt. Die Marke und ein Teil der Filialen werden jedoch unter neuer Gesellschaft weiterbetrieben. Stand März 2026 ist Depot also nicht komplett verschwunden, aber grundlegend verändert.


Chronologie

Von der Krise zur Insolvenz: Was bei Depot passiert ist

Depot, Sitz in Niedernberg (Unterfranken), gehörte zur Gries Deco Company GmbH und war mit rund 300 Filialen und 4.400 Mitarbeitern eine der größten Deko-Ketten Deutschlands. Eigentümer Christian Gries führte das Familienunternehmen, das sich auf Wohnaccessoires, Dekoration und Saisonartikel spezialisiert hatte.

Die Probleme begannen während und nach der Corona-Zeit: Kaufzurückhaltung der Verbraucher, steigende Miet- und Personalkosten, wachsende Konkurrenz durch Online-Händler wie Temu und Discounter wie Action. Anfang 2024 kehrte Gries selbst in die Geschäftsführung zurück und bereitete einen harten Sparkurs vor. Rund 90 Filialen wurden auf den Prüfstand gestellt. Doch die Maßnahmen reichten nicht.

Am 15. Juli 2024 stellte die Gries Deco Company GmbH beim Amtsgericht Aschaffenburg den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren (Insolvenz in Eigenverwaltung). Der Griäubiger wurde vor weiterem Zugriff geschützt, Gries blieb an der Unternehmensführung.

In den Monaten nach der Antragstellung wurden schrittweise Filialen geschlossen und Stellen abgebaut. Bereits Ende 2024 verloren rund 50 Mitarbeiter durch erste Schließungen ihre Stellen. Im Verlauf des Jahres 2025 beschleunigte sich der Prozess erheblich.

Zeitstrahl: Depot 2024 bis 2026

Juli 2024: Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Aschaffenburg. Ca. 300 Filialen, 4.400 Mitarbeiter.

Januar 2025: Depot Schweiz meldet Konkurs an. Alle 34 Schweizer Filialen schließen sofort.

Q1 2025: 45 Filialen in Deutschland werden geschlossen. Gries kündigt weiteres radikales Vorgehen an.

April/Mai 2025: 54 weitere Filialen werden geschlossen. Insgesamt etwa 2.000 der 3.300 Beschäftigten verlieren ihren Job.

1. April 2025: Neustart: Die Gries Deco Company wird abgewickelt. Betrieb geht rückwirkend auf die neue GDC Deutschland GmbH über.

März 2026: Depot operiert mit 150 bis 180 Filialen. Neues Konzept: schlanker, stärker digital, mehr Online-Fokus.


Neustart

Depot unter neuer Gesellschaft: Der radikale Schnitt

Christian Gries hat das insolvente Altunternehmen bewusst abgewickelt und komplett neu gestartet. Seit dem 1. April 2025 führt die neu gegründete GDC Deutschland GmbH den Depot-Betrieb fort. Die neue Gesellschaft übernahm die wesentlichen Vermögenswerte, ausgewählte Standorte und einen Teil der Belegschaft – ohne die Altschulden der bisherigen GDC.

An die Seite von Gries trat Marco De Benedetti als zweiter Geschäftsführer. De Benedetti war zuvor Deutschlandchef von Tupperware und hatte dort die Abwicklung des deutschen Geschäfts verantwortet. Seine Sanierungserfahrung soll beim Umbau von Depot helfen.

Das neue Konzept: Depot soll zum Concept-Store werden, schlanker, digitaler und näher am Kunden. Parallel wird der Online-Vertrieb ausgebaut. Die rund 165 Shop-in-Shop-Flächen in Supermärkten wie Rewe oder Edeka bleiben bestehen und sollen möglicherweise ausgebaut werden.

Gries formulierte es klar: »Du musst einen radikalen Schnitt machen, wenn du überleben willst.« Einen externen Investor hat er nicht gefunden. Der Neuanfang läuft vollständig auf Eigenregie. Wie der Handelsblatt-Bericht vom April 2025 festhält: Es ist der wohl letzte Versuch, die Zukunft des Unternehmens zu sichern.


Hintergründe

Warum Depot in die Insolvenz geraten ist

Der Fall Depot steht stellvertretend für die Probleme des deutschen stationären Einzelhandels in der Mitte der 2020er Jahre. Mehrere Faktoren kamen zusammen:

Kaufzurückhaltung: Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit ließen die Nachfrage nach Deko- und Einrichtungsartikeln einbrechen. Depot traf das besonders hart, da es sich im mittleren Preissegment positioniert hatte.

Asiatische Konkurrenz: Plattformen wie Temu oder Shein liefern ähnliche Produkte zu einem Bruchteil des Preises direkt nach Hause. Das trägt unmittelbar zur Erosion des stationären Deko-Handels bei.

Steigende Fixkosten: Mietkosten in Innenstädten, Energiepreise und Personalkosten stiegen, während die Umsätze sanken. Das Verhältnis kippte in die Verlustzone.

Zu viele Filialen: Das dichte Filialnetz war in einer Zeit entstanden, als stationärer Handel noch wächst. In der Krise wurde die Größe zur Last statt zum Vorteil.


Kundenhinweis

Was Kunden von Depot wissen müssen

In den deutschen Filialen der neuen GDC Deutschland GmbH kann weiterhin eingekauft werden. Der Betrieb läuft im Regelbetrieb. Gutscheine, die während des Insolvenzverfahrens eingefroren waren, sollten mittlerweile wieder einlösbar sein, die genauen Bedingungen sind jedoch bei der aktuellen Geschäftsstelle zu erfragen.

Schweiz: Alle 34 Schweizer Filialen sind seit Januar 2025 dauerhaft geschlossen. Depot existiert in der Schweiz nicht mehr. Gewährleistungsansprüche gegen die Schweizer Gesellschaft müssen im Konkursverfahren geltend gemacht werden.

Wer ältere Ansprüche aus der Zeit vor dem 1. April 2025 gegen die alte Gries Deco Company GmbH hat, muss diese im laufenden Insolvenzverfahren anmelden. Die neue GDC Deutschland GmbH übernimmt keine Altverbindlichkeiten.


Fazit

Depot insolvent, aber nicht verschwunden

Bewertung – März 2026

Depot (Gries Deco Company GmbH) ist insolvent. Antrag gestellt am 15. Juli 2024.
Mehr als 100 Filialen in Deutschland und alle 34 Schweizer Standorte wurden geschlossen. Rund 2.000 Stellen gestrichen.
Das alte Unternehmen wird abgewickelt. Kein externer Investor gefunden.
Neues Unternehmen: GDC Deutschland GmbH (ab 1. April 2025). Gries und De Benedetti führen weiter.
150 bis 180 Filialen in Deutschland bleiben bestehen. Neues Konzept: schlanker, digitaler, Online-fokussiert.
Ob der Neustart dauerhaft trägt, ist offen. Marktumfeld bleibt schwierig: Konkurrenz durch Temu, Action und Online-Händler wächst weiter.

Depot ist insolvent, aber nicht beendet. Das ursprüngliche Unternehmen läuft aus, ein Nachfolger tritt an seine Stelle. Für viele Mitarbeiter und Kunden bedeutet das trotzdem das Ende eines vertrauten Depot-Standorts. Für den deutschen Einzelhandel ist der Fall symptomatisch: Das klassische Innenstadtgeschäft steht unter strukturellem Druck, der nicht mit einem Sparpaket zu lösen ist.

Stand März 2026 läuft Depot weiter, aber deutlich kleiner als zuvor. Ob das reicht, zeigen die nächsten Jahre.


Quellen

  • Handelsblatt: Depot insolvent – Deko-Kette beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung, Juli 2024
  • Handelsblatt: Depot will mit radikalen Maßnahmen überleben, April 2025
  • t-online.de: Deko-Kette Depot schließt mindestens 100 weitere Filialen, April 2025
  • retail-news.de: Depot Neustart – Filialschließung und Online-Fokus, April 2025
  • SRF: Depot meldet Konkurs an, alle Läden schließen (Schweiz), Januar 2025
  • HZ Haushaltswaren-Zeitung: Depot verschlankt sich und wird fortgeführt, April 2025

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