letzte Aktualisierung: Mai 2026
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YouTube haben drei ehemalige PayPal-Mitarbeiter gegründet: Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim. Die Plattform ging am 14. Februar 2005 online und wurde 18 Monate später für 1,65 Milliarden US-Dollar an Google verkauft. Was zwischen dem ersten Zoo-Video und dem größten Videodeal der Internetgeschichte passierte, ist eine der faszinierendsten Gründungsgeschichten des Silicon Valley.
| Gründer | Rolle bei YouTube | Herkunft |
|---|---|---|
| Chad Hurley | CEO, Design | Birdsboro, Pennsylvania, USA |
| Steve Chen | CTO, Technik | Taipeh, Taiwan |
| Jawed Karim | Technik, erster Upload | Merseburg, Deutschland |
Die Idee für YouTube entstand aus zwei konkreten Frustrationen. Im Februar 2004 sorgte der „Nipplegate“-Skandal beim Super Bowl für Aufsehen: Jawed Karim wollte die Aufnahmen online anschauen, konnte sie aber nirgendwo finden. Wenige Monate später, im Dezember 2004, verwüstete ein Tsunami weite Teile Südostasiens. Millionen Menschen filmten die Katastrophe mit ihren Kameras, aber die Videos waren kaum auffindbar und schwer zu teilen. Für Karim war das der entscheidende Moment: Es musste eine einfache Plattform geben, auf der jeder Videos hochladen und teilen kann.
2004 begannen Karim, Hurley und Chen die Idee ernsthaft zu verfolgen. Ursprünglich planten sie sogar eine Art Video-Dating-Portal namens „Tune In, Hook Up“. Das Konzept wandelte sich schnell zu einer offenen Videoplattform. Am 14. Februar 2005, dem Valentinstag, meldete Karim die Domain youtube.com an.
Chad Hurley wurde am 24. Januar 1977 in Birdsboro, Pennsylvania geboren. Er studierte Grafikdesign an der Indiana University of Pennsylvania, einem ungewöhnlichen Hintergrund für einen Tech-Gründer. Bei PayPal war er als Grafiker tätig und entwarf unter anderem das damalige PayPal-Logo. Diese Kombination aus Designdenken und technischem Umfeld prägte seinen Ansatz bei YouTube: einfach, zugänglich, visuell klar.
Bei YouTube übernahm Hurley die Rolle des CEO und war verantwortlich für das Erscheinungsbild und die Nutzerführung der Plattform. Nach dem Google-Verkauf 2006 blieb er noch einige Jahre bei YouTube, bevor er 2011 ausschied. Anschließend gründete er gemeinsam mit Steve Chen die Video-App MixBit, die allerdings kein nennenswerter Erfolg wurde. Sein geschätztes Vermögen durch den YouTube-Verkauf liegt bei rund 355 Millionen US-Dollar.
Steve Chen wurde am 18. August 1978 in Taipeh, Taiwan geboren und wanderte als Kind in die USA aus. Er studierte Informatik an der University of Illinois und arbeitete anschließend bei eBay und PayPal als Softwareentwickler. Chen verbrachte auch einige Monate bei Facebook in dessen absoluter Frühphase, bevor er zu YouTube wechselte.
Bei YouTube war Chen als CTO verantwortlich für die technische Infrastruktur. Er baute das System auf, das auch bei rapide steigenden Nutzerzahlen stabil lief. Nach dem Google-Verkauf blieb Chen mehrere Jahre im Unternehmen und wechselte später zu Google Ventures. Gemeinsam mit Hurley gründete er anschließend MixBit.
Jawed Karim ist der am wenigsten bekannte der drei Gründer, aber in mehrfacher Hinsicht der interessanteste. Er wurde am 28. Oktober 1979 in Merseburg, damals noch DDR, geboren. Sein Vater, ein Bangladeshi, arbeitete als Wissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 1992 zog die Familie in die USA, nach Minnesota.
Karim studierte Informatik an der University of Illinois, brach das Studium jedoch ab, als PayPal ihn anwarb. Er war einer der ersten Mitarbeiter von PayPal und schloss sein Studium später berufsbegleitend ab. Bei YouTube war er derjenige, der die ursprüngliche technische Vision formulierte und am 23. April 2005 um 20:27 Uhr das erste YouTube-Video hochlud: „Me at the Zoo“, ein 18-sekündiger Clip aus dem San Diego Zoo, auf dem er selbst vor dem Elefantengehege steht.
Im Februar 2005 startete YouTube als Beta-Version, im Juni 2005 ging die Plattform offiziell online. Das Wachstum war atemberaubend: Im Dezember 2005 verzeichnete YouTube bereits über 50 Millionen Videoaufrufe pro Tag. Als NBC-Videos des Kult-Sketches „Lazy Sunday“ vom Saturday Night Live auf die Plattform gelangten, explodierten die Nutzerzahlen. Im Mai 2006 zählte YouTube zwei Milliarden Aufrufe täglich.
| Datum | Meilenstein |
|---|---|
| 14. Februar 2005 | Gründung, Domain-Anmeldung durch Jawed Karim |
| 23. April 2005 | Erstes Video: „Me at the Zoo“ von Jawed Karim |
| Juni 2005 | Offizieller Launch der Plattform |
| November 2005 | 8 Millionen US-Dollar Risikokapital von Sequoia Capital |
| Dezember 2005 | 50 Millionen Aufrufe pro Tag |
| Mai 2006 | 2 Milliarden Aufrufe täglich |
| Oktober 2006 | Google-Übernahme für 1,65 Milliarden US-Dollar |
Mehrere große Medienkonzerne zeigten Interesse an einer Übernahme, darunter Viacom, Disney und News Corp. Den Zuschlag bekam Google. Am 9. Oktober 2006 gab Google die Übernahme für 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien bekannt. Zum Zeitpunkt des Kaufs hatte YouTube 67 Mitarbeiter und erzielte noch keinen nennenswerten Gewinn.
Die YouTube-Geschichte enthält mehrere lehrreiche Aspekte für Unternehmer. Erstens wurde die Plattform nicht aus einer ausgeklügelten Strategie heraus gebaut, sondern aus einem konkreten, persönlichen Problem: Videos ließen sich nicht einfach teilen. Wer reale Alltagsprobleme löst, baut Produkte, die echte Nachfrage haben.
Zweitens war das ursprüngliche Konzept ein anderes. Aus dem geplanten Video-Dating-Portal wurde eine offene Videoplattform. Die Bereitschaft der Gründer, ihr ursprüngliches Konzept loszulassen und auf das zu reagieren, was Nutzer tatsächlich wollten, war entscheidend für den Erfolg.
Und drittens: 18 Monate nach Gründung, ohne nennenswerte Gewinne und mit nur 67 Mitarbeitern, verkauften Hurley, Chen und Karim ihre Plattform für 1,65 Milliarden US-Dollar. Das zeigt, dass Wachstum und Nutzerbasis in der digitalen Wirtschaft oft wertvoller sind als kurzfristige Profitabilität.
Weitere Gründergeschichten finden sich in den Artikeln Gründer von PayPal und Wem gehört YouTube.
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