Erstellt von Lana

Gründer von Airbnb: Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk

letzte Aktualisierung: Apr. 2026

Airbnb haben drei Freunde gegründet: Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk. Die Gründungsidee entstand 2007 aus schlichter Geldnot heraus. Was als Luftmatratze im Wohnzimmer eines Berliner Apartments begann, wurde zur einer der wertvollsten Plattformen der Welt. Im Jahr 2024 erzielte Airbnb einen Umsatz von über 11 Milliarden US-Dollar.

Kurzantwort: Airbnb wurde im August 2008 von Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk in San Francisco gegründet. Die Idee entstand 2007, als Chesky und Gebbia ihre Wohnzimmerluftmatratzen an Konferenzteilnehmer vermieteten, weil die Hotelzimmer ausgebucht waren. Heute ist Airbnb in über 240 Ländern aktiv und hat mehr als 8 Millionen Inserate auf seiner Plattform.

Die drei Gründer von Airbnb im Überblick

Gründer Rolle bei Airbnb Hintergrund
Brian Chesky CEO (bis heute) Industrial Designer, Rhode Island School of Design
Joe Gebbia Mitgründer, früher CPO Designer, Mitbewohner von Chesky in San Francisco
Nathan Blecharczyk Chief Strategy Officer Softwareentwickler, Harvard-Absolvent

Die Gründungsgeschichte: Luftmatratze als Geschäftsidee

Im Herbst 2007 konnten sich Brian Chesky und Joe Gebbia ihre Miete in San Francisco kaum leisten. Zur gleichen Zeit fand in der Stadt eine große Designkonferenz statt, und alle Hotels waren ausgebucht oder überteuert. Die beiden Designer hatten eine ebenso simple wie geniale Idee: Sie stellten drei Luftmatratzen in ihrem Wohnzimmer auf, boten Frühstück an und vermieteten die Schlafplätze für 80 Dollar pro Nacht. Ihre drei ersten Gäste zahlten bereitwillig.

Aus dieser Notlösung entstand der Name: „Airbed and Breakfast“ (Luftmatratze und Frühstück), der später zu „Airbnb“ verkürzt wurde. Chesky und Gebbia erkannten das Potenzial und holten im Februar 2008 Nathan Blecharczyk, einen früheren Mitbewohner Gebbias und erfahrenen Softwareentwickler, als dritten Mitgründer ins Boot. Blecharczyk baute die erste Website. Im August 2008 ging die Plattform airbedandbreakfast.com offiziell online.

Die Cerealien-Rettung: In den frühen Monaten war Airbnb kurz vor dem Scheitern. Um die Firma am Leben zu halten, entwarfen Chesky und Gebbia limitierte Frühstückscerealien-Packungen namens „Obama O’s“ und „Cap’n McCain’s“ zur US-Präsidentschaftswahl 2008 und verkauften sie für 40 Dollar das Stück. Sie sammelten damit rund 30.000 Dollar ein, genug um die ersten Rechnungen zu bezahlen. Diese Geschichte ist heute Teil der Airbnb-Unternehmenslegende.

Die frühen Ablehner: Y Combinator als Wendepunkt

Die ersten Monate waren geprägt von Ablehnung. Die drei Gründer wandten sich an 15 Angel-Investoren und erhielten acht direkte Absagen sowie sieben Antworten, die ausblieben. Viele Investoren hielten das Konzept für gefährlich: Wer würde bei Fremden übernachten wollen? Der entscheidende Wendepunkt kam, als Airbnb 2009 im renommierten Startup-Accelerator Y Combinator aufgenommen wurde. Dort erhielten sie neben einer Finanzierung von 20.000 Dollar vor allem strategisches Mentoring von Paul Graham und Zugang zum Silicon-Valley-Netzwerk.

Von diesem Zeitpunkt an wuchs Airbnb rasant. Im Jahr 2011 investierten Andreessen Horowitz und General Catalyst 112 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,3 Milliarden Dollar. Damit war Airbnb offiziell ein Unicorn.

Brian Chesky: Der Hauptgründer und heutige CEO

Brian Chesky wurde am 29. August 1981 geboren und wuchs in Niskayuna im US-Bundesstaat New York auf. Er studierte Industrial Design an der Rhode Island School of Design und zog nach dem Abschluss nach Los Angeles, um als Designer zu arbeiten. 2007 siedelte er nach San Francisco um, wurde Mitbewohner von Joe Gebbia und legte damit ungewollt den Grundstein für Airbnb.

Chesky ist bis heute CEO von Airbnb und gilt als einer der ungewöhnlichsten Tech-Gründer: Er schläft nach eigenen Angaben regelmäßig in Airbnb-Unterkünften, um die Plattform aus Nutzerperspektive zu erleben, und kommuniziert offen über Fehler und Krisen. Während der Corona-Pandemie 2020 musste er 25 Prozent der Belegschaft entlassen. Seinen Brief an die entlassenen Mitarbeiter wird in der Startup-Welt bis heute als Musterbeispiel für transparente Führungskommunikation zitiert.

Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk

Joe Gebbia, ebenfalls Industrial Designer aus der Rhode Island School of Design, war Cheskys Mitbewohner und gleichgesinnter Ideengeber. Er baute bei Airbnb lange das Produktdesign auf und verließ die operative Führung schrittweise, bleibt aber als Mitgründer und Vorstandsmitglied engagiert. Nathan Blecharczyk, Harvard-Absolvent und erfahrener Entwickler, ist heute Chief Strategy Officer und damit für die langfristige Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich.

Airbnb heute: Börsenwert, Umsatz und globale Reichweite

Im Dezember 2020 ging Airbnb an die Nasdaq-Börse. Der Ausgabepreis lag bei 68 US-Dollar je Aktie, am ersten Handelstag schloss die Aktie bei 144 Dollar, was einem Börsenwert von rund 86 Milliarden Dollar entsprach. Es war einer der größten Tech-Börsengänge der US-Geschichte.

Kennzahl Wert (2024)
Jahresumsatz über 11,1 Milliarden US-Dollar (Rekord)
Aktive Inserate weltweit rund 8 Millionen
Länder über 240
Gebuchte Nächte Q4 2024 111 Millionen (plus 12% zum Vorjahr)
Mitarbeiter rund 6.900

Airbnb ist damit eines der effizientesten Unternehmen der Tech-Welt: Bei rund 6.900 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen einen Umsatz von fast 1,5 Millionen Dollar pro Mitarbeiter. Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: Airbnb behält eine prozentuale Servicegebühr an jeder vermittelten Buchung, typischerweise rund 3 Prozent vom Gastgeber und bis zu 14 Prozent vom Gast.

Was Unternehmer von Airbnb lernen können

Die Gründungsgeschichte von Airbnb ist ein Lehrstück in unternehmerischer Hartnäckigkeit. Chesky und Gebbia wurden von fast allen frühen Investoren abgelehnt. Sie finanzierten ihr Überleben mit Cerealienboxen. Sie verbrachten Nächte in den Unterkünften ihrer eigenen Nutzer, um das Produkt zu verstehen. Und sie bauten ihr Unternehmen in einer Rezession auf, wenige Tage nach dem Beginn der globalen Finanzkrise 2008.

Für Unternehmer ist das Airbnb-Modell auch strukturell interessant: eine Plattform ohne eigenen Immobilienbesitz, die dennoch zur wertvollsten Unterkunftsvermittlung der Welt wurde. Die Gründer schufen Wert nicht durch Kapitaleinsatz, sondern durch die Vernetzung vorhandener Ressourcen.

Weitere Gründergeschichten finden sich in den Artikeln Gründer von IKEA und Gründer von PayPal.

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