Die Meldung vom Frühjahr 2025 ließ viele Kunden und Beschäftigte aufhorchen: Wird die bekannte Fitnessnahrungs-Marke Foodspring insolvent? In einigen Medien war sogar von einer drohenden Insolvenz die Rede. Tatsächlich hat der US-Mutterkonzern Mars beschlossen, das Berliner Start-up Foodspring abzuwickeln – alle Geschäfte sollen bis zum 30. Juni 2025 eingestellt werden. Doch bedeutet dies eine akute Pleite im klassischen Sinne oder einen geordneten Rückzug vom Markt? Im Folgenden fassen wir die aktuellen Informationen und Hintergründe zusammen, um zu klären, ob Foodspring in Zahlungsschwierigkeiten steckt, von Insolvenz bedroht ist oder gar endgültig vor dem Aus steht.
Foodspring-Produkte wie Proteinpulver und Riegel waren bis zuletzt in vielen Drogerien und Supermärkten präsent – etwa bei dm, Rossmann und Rewe. Diese beliebten Artikel werden laut Unternehmensangaben noch bis Juni 2025 erhältlich sein, teils sogar mit exklusiven Angeboten für die Kundschaft in der Abverkaufsphase. Eine Packung des Bestseller-Produkts (Vanille-Proteinpulver) kostete beispielsweise rund 44 Euro pro Kilogramm.
Foodspring galt lange als Vorzeige-Start-up in der boomenden Fitness-Food-Branche. Gegründet wurde das Unternehmen 2013 in Berlin von den Unternehmern Tobias Schüle und Philipp Schempp, unterstützt von Investoren wie der Beteiligungsgesellschaft ECONA AG und dem neuseeländischen Milchkonzern Fonterra. Mit hochwertigen Proteinpulvern, Riegeln und weiteren funktionellen Lebensmitteln für Sportbegeisterte machte sich Foodspring schnell einen Namen als Premium-Marke. Das Sortiment reichte von Molkenprotein-Shakes über Protein-Riegel bis zu fitnessgerechten Versionen klassischer Lebensmittel wie Protein-Müsli. In den folgenden Jahren weitete Foodspring sein Geschäft international aus und verkaufte seine Produkte zeitweise in 17 Ländern.
2019 erkannte der US-Konzern Mars das Potenzial und stieg als Mehrheitseigner bei Foodspring ein. Mars zahlte über 250 Millionen Euro für das Berliner Protein-Start-up – einer der größten Exits der deutschen Lebensmittel-Startup-Szene. Zwei Jahre später kaufte Mars die beiden Gründer mit weiteren 43 Millionen Euro aus und übernahm das Unternehmen vollständig. Foodspring schien damit bestens aufgestellt, zumal der Markt für Sportnahrung damals weiter boomte.
Doch bereits ab 2022 zeigten sich wirtschaftliche Schwierigkeiten. Obwohl der Gesamtmarkt für Proteinpulver und Nahrungsergänzungsmittel wuchs, geriet Foodspring in einen Abwärtstrend. Interne Zahlen belegen einen deutlichen Umsatzrückgang: Im Geschäftsjahr 2022 erzielte Foodspring rund 84 Millionen Euro Umsatz – das entsprach zwar dem gesamten Sportnahrungs-Segment von Mars in Europa, lag jedoch deutlich unter den Erwartungen und unter dem Vorjahreswert.
Auch 2023 setzte sich der negative Trend fort. Trotz verstärkter Werbemaßnahmen brach der Umsatz im Jahr 2023 nochmals um etwa 25 Prozent ein. Gleichzeitig gingen die Website-Besucherzahlen und Online-Bestellungen merklich zurück. Bereits im Jahr 2023 hatte das Unternehmen als Reaktion 36 Mitarbeiter – etwa 15 Prozent der Belegschaft – entlassen. Diese Einschnitte zeigten jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Foodspring-CEO Christian Bubenheim räumte ein, die Marke sei in dem dynamischen Marktumfeld nicht mehr wettbewerbsfähig. Anders gesagt: Die starke Konkurrenz und sich wandelnde Marktbedingungen machten dem einst hochgehandelten Startup zunehmend zu schaffen.
Neben den nackten Geschäftszahlen trug auch schwindendes Kundenvertrauen zur Krise bei. Auf Bewertungsplattformen wie Trustpilot häuften sich in den letzten Monaten vor der Schließung negative Rezensionen. Kunden beklagten einen mangelhaften Service, nicht gelieferte Bestellungen und sogar die Löschung kritischer Kommentare durch Foodspring. Besonders eine umstrittene Rezepturänderung beim beliebten Vanille-Protein sorgte für Unmut und verärgerte treue Käufer. All das beschädigte den Ruf der Marke zusätzlich.
Die durchschnittliche Bewertung von Foodspring sank bei Trustpilot auf lediglich 2,6 von 5 Sternen – ein deutliches Warnsignal aus Sicht der Kundenzufriedenheit. Zwar schnitt das Unternehmen auf TrustedShops mit 4,7 von 5 Punkten noch gut ab, doch der Vorwurf, Foodspring würde unbequeme Bewertungen ausblenden, stand im Raum. In der Summe änderten auch diese Imageprobleme nichts mehr am Schicksal des Unternehmens: Die Kunden wandten sich zunehmend ab und die Einnahmen brachen weiter ein.
Anfang März 2025 folgte schließlich die offizielle Ankündigung des Aus. Darin erklärte CEO Christian Bubenheim: Nach reiflicher Überlegung und mit Blick auf die vielfältigen Veränderungen in diesem dynamischen Marktumfeld haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, die Foodspring GmbH zu schließen. Kurz darauf bestätigte das Unternehmen das Foodspring-Ende offiziell.
Den vorliegenden Informationen zufolge wird der Geschäftsbetrieb spätestens zum 30. Juni 2025 eingestellt. Rund 220 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Mars hat angekündigt, sich um sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten zu bemühen – für viele ein schwacher Trost, da das Aus ihres Jobs bereits besiegelt ist.
Auch die Kundschaft wurde unmittelbar informiert: In einer E-Mail an alle Foodspring-Nutzer, die Anfang März versandt wurde, verabschiedete sich das Unternehmen schweren Herzens von seiner Community. Darin nannte Foodspring Ende Juni 2025 als Stichtag, an dem man unser Geschäft schließen und unsere Produkte nicht mehr verkaufen können werde. Bis dahin wolle man treuen Kunden noch Rabatte gewähren – es war sogar von exklusiven Angeboten und attraktiven Deals die Rede, um Restbestände abzubauen. Nach dem 30. Juni soll dann auch die Foodspring-Website offline gehen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden die Produkte der Marke weder online noch in Läden wie Rewe, dm oder Rossmann erhältlich sein.
Bleibt die Kernfrage: Ist Foodspring insolvent? Trotz reißerischer Überschriften mit dem Wort Insolvenz handelt es sich beim Foodspring-Aus nicht um eine überraschende Pleite mit Insolvenzantrag. Vielmehr erfolgt die Schließung als geordnete Abwicklung auf Beschluss des Eigentümers Mars. Das Management hat die Reißleine gezogen, weil Umsatz und Profitabilität über Jahre sanken, während Kosten – etwa für Personal und Marketing – stiegen. Um eine Foodspring-Insolvenz handelt es sich aber nicht, betonen Branchenkenner, sondern um eine geordnete Einstellung des Geschäftsbetriebs. Mit anderen Worten: Foodspring ist aktuell nicht zahlungsunfähig im juristischen Sinne, doch der Eigentümer stellt die Marke freiwillig ein, bevor es zu einer unabwendbaren Insolvenz kommen könnte.
Für die Kunden und rund 220 Beschäftigten macht das am Ende kaum einen Unterschied – die Marke Foodspring verschwindet vom Markt. Auch ohne formelles Insolvenzverfahren bedeutet die Einstellung, dass die beliebten Protein-Shakes und Riegel nicht mehr produziert werden und alle Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Allerdings läuft der Abschied kontrolliert ab: Der Verkauf erfolgt geordnet bis Juni, und Mars kümmert sich um Abfindungen beziehungsweise Transfers für Mitarbeiter. Damit bleibt Zeit, sich auf das Ende einzustellen.
Foodspring ist Stand Mitte 2025 nicht plötzlich pleite im klassischen Sinne, aber das Unternehmen wird aufgelöst. Eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit liegt nicht vor, doch der Betrieb wird freiwillig eingestellt. Aktuell ist Foodspring also nicht von einer ungeordneten Insolvenz bedroht – gleichwohl endet die Ära des einstigen Vorzeige-Start-ups in wenigen Monaten endgültig.
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