Erstellt von Lana

Droht Vapiano die Insolvenz? Aktuelle Lage der Restaurantkette

Bereits in der Corona-Krise 2020 geriet die Restaurantkette Vapiano in massive Schwierigkeiten. Ende März 2020 war die Vapiano SE nach Jahren roter Zahlen zahlungsunfähig und stellte Anfang April 2020 einen Insolvenzantrag. Kurz darauf übernahm im Juni 2020 ein Investorenkonsortium unter Führung des ehemaligen Vapiano-Managers Mario C. Bauer rund 30 Filialen für etwa 15 Millionen Euro. Seitdem führt eine verkleinerte Kette unter dem Markennamen Vapiano den Betrieb fort.

Dennoch sorgten jüngst Medienberichte in Deutschland für Unruhe. Mehrere Vapiano-Standorte meldeten Insolvenz an oder schlossen. In Aachen etwa gab der Franchisenehmer nach 15 Jahren auf und schloss das Lokal zum 1. Juli 2024 endgültig. Auch in Bremen stellte der Betreiber des Vapiano in der Innenstadt Ende September 2024 einen Insolvenzantrag. Hohe Energie- und Personalkosten sowie weggefallene Vergünstigungen für Gastronomen führten dort laut Berichten zu unüberwindbaren finanziellen Herausforderungen.

Einzelne Filialen in Zahlungsschwierigkeiten

Aktuelle Berichte zeigen, dass einige Filialen der Kette in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Dies betrifft jedoch einzelne Franchise-Nehmer, nicht die gesamte Kette. Zum Beispiel meldete im März 2025 die VAP Bielefeld GmbH, Betreiber des Vapiano in Bielefeld, Insolvenz an. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete vorläufige Verwaltung an, doch der Geschäftsbetrieb läuft weiter, und die Gehälter der 38 Mitarbeiter sind für die kommenden Monate gesichert. Der beauftragte Insolvenzverwalter betonte ausdrücklich, dass andere Vapiano-Standorte nicht betroffen sind. Langfristig wird nach einem finanzstarken Investor gesucht, um das Bielefelder Restaurant zu erhalten.

Weitere Beispiele aus Deutschland und dem Ausland

  • Bielefeld (NRW): VAP Bielefeld GmbH hat am 28. März 2025 Insolvenz angemeldet. Der Betrieb läuft zunächst normal weiter, und die Mitarbeiterlöhne sind finanziert. Andere Filialen der Kette sind nicht betroffen.
  • Bremen (Stadt): Franchisepartner VPO Betriebs GmbH Bremen 1 meldete im September 2024 Insolvenz an. Der angeschlagene Betrieb schloss danach endgültig. Als Gründe gelten stetig steigende Energiekosten, höhere Löhne und geringere Umsätze infolge von Inflation und zurückhaltenden Kunden.
  • Rostock (MV): Das Vapiano am Neuen Markt musste im Herbst 2024 schließen. Der lokale Betreiber hatte bereits im September Insolvenz angemeldet. Ein Nachfolgeprojekt mit neuem Konzept soll die Küche wiederbeleben.
  • Aachen (NRW): Die Franchisefiliale schloss zum 1. Juli 2024. Der Gastronom zog die Reißleine, nachdem die Kette bereits 2020 Insolvenz angemeldet hatte und auch sein Rettungsversuch an den Folgen der Pandemie scheiterte.
  • Niederlande (NL): Auch international gibt es Rückschläge. In den Niederlanden wurde die lokale Vapiano-Gesellschaft im Herbst 2025 insolvent, und alle dortigen Filialen wurden geschlossen. Mangels Käufer stellte Vapiano.nl den Betrieb zum 26. Oktober 2025 ein.

Vapiano Deutschland derzeit nicht insolvent

Trotz dieser Einzelfälle bleibt Vapiano selbst nicht zahlungsunfähig. Weder hat die Betreiberfirma für Deutschland (VAP Germany GmbH) noch der Markeninhaber Vapiano SE oder eine Nachfolgegesellschaft aktuell einen Insolvenzantrag gestellt. Vielmehr betonen Vertreter der Kette und der Insolvenzverwalter, dass nur einzelne Franchise-Betriebe betroffen sind.

Der Geschäftsführer der Bielefelder Filiale spricht von veränderten Konsumgewohnheiten und hohen Kosten als Ursache, nicht aber von allgemeinen Unternehmensproblemen. Auch die verbliebenen Restaurants, etwa in Köln, Düsseldorf oder Berlin, bleiben in Betrieb. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine Pleite der gesamten Kette.

Ursachen und wirtschaftlicher Hintergrund

Die aktuelle Situation spiegelt vor allem die wirtschaftlichen Herausforderungen wider, mit denen viele Gastronomen in Deutschland derzeit kämpfen. Nach Jahren steigender Energiepreise und massiver Personalkosten sowie sinkender Konsumbereitschaft infolge der Inflation geraten viele Betriebe unter Druck. Besonders Ketten mit Franchisestrukturen sind anfällig, wenn einzelne Betreiber mit hohen Mieten und laufenden Kosten konfrontiert sind.

Vapiano setzt derzeit auf einen Kurs der Konsolidierung. Man konzentriert sich darauf, tragfähige Standorte zu erhalten und schwächere Filialen bei Bedarf neu aufzustellen oder durch Investoren zu stützen. Branchenkenner sehen die derzeitigen Insolvenzen deshalb weniger als Anzeichen einer bevorstehenden Gesamtpleite, sondern als Folge der schwierigen Marktlage.

Wie geht es weiter?

In Deutschland will Vapiano offenbar am Markt festhalten. Die verbliebenen Standorte sollen weitergeführt und das Konzept überprüft werden. Nach der ersten Insolvenz 2020 hatte das Unternehmen sein Geschäftsmodell angepasst, Speisekarten verschlankt und auf digitale Bestellsysteme gesetzt. Auch Kooperationen mit Lieferdiensten und neuen Gastronomiepartnern spielen eine größere Rolle als zuvor.

Ob diese Maßnahmen langfristig ausreichen, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sein, ob Vapiano es schafft, die gestiegenen Betriebskosten in ein nachhaltiges Konzept zu integrieren und neue Kundengruppen zu gewinnen. Während einzelne Filialen weiterhin kämpfen, scheint die Marke selbst aktuell nicht in existenzieller Gefahr zu sein.

Fazit

Nach der Krise von 2020 konnte sich Vapiano zumindest teilweise stabilisieren. Aktuell sind vor allem einzelne Franchise-Restaurants betroffen, die aufgrund hoher Kosten und sinkender Umsätze Insolvenz anmelden mussten. Eine Insolvenz des Gesamtunternehmens ist derzeit nicht gemeldet. Vapiano selbst setzt auf Restrukturierung und Stabilisierung. Von einer akuten Pleite der gesamten Kette kann derzeit keine Rede sein.



Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/ein-restaurant-mit-tischen-und-stuhlen-darin-2xts5gAstuw

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