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Wem gehört Kleinanzeigen? Vom eBay-Ableger zum Besitz der Finanzinvestoren

letzte Aktualisierung: Okt. 2026

Wem gehört Kleinanzeigen? Vom eBay-Ableger zum Besitz der FinanzinvestorenKI unterstützt

Inhaltsverzeichnis

  • Die kurze Antwort zur Eigentümerfrage
  • Von Kijiji über eBay Kleinanzeigen zu kleinanzeigen.de
  • Der Verkauf an Adevinta
  • Wer gehört zu Adevinta?
  • Permira, Blackstone und die neue Besitzstruktur
  • Was sich für Nutzer geändert hat

Wem gehört Kleinanzeigen? Die kurze Antwort

Betreiber von kleinanzeigen.de ist die Kleinanzeigen GmbH mit Sitz in Berlin. Sie gehört zum Adevinta-Konzern, der in Deutschland auch mobile.de betreibt. Und Adevinta selbst? Das Unternehmen ist seit Mai 2024 mehrheitlich im Besitz eines Konsortiums rund um die Finanzinvestoren Permira und Blackstone. eBay ist nicht komplett verschwunden, hält aber nur noch eine Minderheitsbeteiligung von rund 20 Prozent und hat auf den Alltag der Plattform keinen operativen Einfluss mehr.

Die Eigentümerfrage lässt sich also in drei Stufen beantworten: Kleinanzeigen GmbH, darüber Adevinta, darüber ein Zusammenschluss von Finanzinvestoren.

Die Geschichte: von Kijiji über eBay Kleinanzeigen zu kleinanzeigen.de

2007 startete eBay in Deutschland einen Marktplatz für lokale Anzeigen unter dem Namen Kijiji. Zwei Jahre später bekam das Portal den Namen, den Millionen Menschen jahrelang kannten: eBay Kleinanzeigen. Das Prinzip blieb über die gesamte Zeit gleich. Kostenlose Anzeigen, Abholung vor Ort, Verhandlung per Nachricht, kein Auktionsformat.

eBay Kleinanzeigen war damit lange Zeit Teil des US-Konzerns eBay, aber technisch wie organisatorisch von der klassischen Auktionsplattform getrennt. Beide liefen unter einer Dachmarke, teilten sich aber weder Nutzerkonten noch Gebührenmodell.

Der Verkauf an Adevinta 2020 und 2021

Im Sommer 2020 kündigte eBay an, seine gesamte Kleinanzeigen-Sparte abzugeben. Käufer war das norwegische Unternehmen Adevinta, der Preis lag bei rund 9,2 Milliarden US-Dollar. Bezahlt wurde mit Bargeld und mit Adevinta-Aktien, wodurch eBay zunächst zum größten Aktionär des Käufers wurde, mit etwa 44 Prozent. Abgeschlossen wurde der Verkauf im Juni 2021.

Mit im Paket: eBay Kleinanzeigen, mobile.de, das niederländische Marktplaats und weitere Portale. Für Deutschland bedeutete das, dass zwei der reichweitenstärksten Anzeigenplattformen des Landes denselben Eigentümer bekamen.

Warum eBay Kleinanzeigen umbenannt wurde

Mit dem Verkauf wurde auch das Recht an der Marke eBay nur noch befristet mitgeliefert. Die Lizenz für den Namen eBay Kleinanzeigen lief aus, und im Mai 2023 wechselte die Plattform auf kleinanzeigen.de. Der Grund war also kein Streit und keine Pleite, sondern schlicht ein Markenvertrag mit Ablaufdatum. Ein Konzern, der eine Plattform nicht mehr besitzt, lässt seinen Namen dort auf Dauer nicht stehen.

Neu waren ein eigenes Logo, ein angepasstes Design und ein eigenständiges Erscheinungsbild. Der Großteil der Funktionen blieb unangetastet.

Wer gehört zu Adevinta?

Adevinta entstand 2019 als Abspaltung des norwegischen Medienkonzerns Schibsted und ging in Oslo an die Börse. Schibsted ist ein Medienkonzern mit Zeitungen und digitalen Diensten in Skandinavien und blieb nach der Abspaltung zunächst größter Aktionär. Nach der Übernahme der eBay-Sparte war Adevinta eines der größten Online Kleinanzeigen Unternehmen Europas.

Zum Portfolio gehörten unter anderem leboncoin in Frankreich, Subito in Italien, Milanuncios in Spanien, Marktplaats in den Niederlanden sowie mobile.de und Kleinanzeigen in Deutschland. Die einzelnen Plattformen arbeiten weitgehend eigenständig, teilen sich aber Technik, Einkauf und Know-how innerhalb des Konzerns.

Permira und Blackstone: Finanzinvestoren als Eigentümer

Im November 2023 legte ein Konsortium unter Führung der Finanzinvestoren Permira und Blackstone ein Übernahmeangebot für Adevinta vor. Die Bewertung lag bei umgerechnet rund 13 Milliarden Euro. Im Mai 2024 war der Deal durch, die Adevinta-Aktien wurden von der Osloer Börse genommen, das Unternehmen ist seitdem nicht mehr öffentlich handelbar.

Schibsted zog sich im Zuge der Transaktion weitgehend zurück und übernahm im Gegenzug nordische Marktplätze. eBay überführte einen Teil seiner Beteiligung in die neue Struktur und blieb als Minderheitsaktionär an Bord. Weitere Investoren rollten ihre Anteile ebenfalls in die neue Gesellschaft ein. Das bedeutet in der Praxis: Wer heute Adevinta-Aktien kaufen möchte, kann das nicht mehr über die Börse tun.

Ein Finanzinvestor denkt in Zeiträumen von typischerweise fünf bis zehn Jahren. Dass die Besitzverhältnisse in einigen Jahren erneut wechseln, ist deshalb wahrscheinlicher als bei einem strategischen Eigentümer.

Hat Kleinanzeigen noch etwas mit eBay zu tun?

Operativ nein. Die Plattform wird von der Kleinanzeigen GmbH geführt, Markenrechte, Technik und Produktentwicklung liegen im Adevinta-Konzern. Die Verbindung zu eBay besteht nur noch über die Minderheitsbeteiligung an der Konzernmutter. Wer bei eBay ein Konto hat, kann sich damit nicht bei kleinanzeigen.de anmelden, Bewertungen werden nicht übertragen, und auch die Gebührenmodelle haben nichts miteinander zu tun.

Historisch ist die Herkunft trotzdem sichtbar. Die Grundstruktur der Anzeige, die Kategorien und der Nachrichtenbereich stammen aus der Zeit als eBay Kleinanzeigen.

Wer betreibt das Online Portal im Alltag?

Hinter dem Online Portal steht eine eigene Gesellschaft mit mehreren hundert Mitarbeitern, zuständig für Produkt, Kundenservice, Betrugsprävention und Werbevermarktung. Entscheidungen über neue Funktionen, Bezahlmodelle oder Sicherheitsmaßnahmen fallen in Deutschland, nicht in Oslo und nicht in den USA. Der Finanzinvestor als Eigentümer gibt finanzielle Ziele vor, betreibt die Plattform aber nicht selbst.

Was sich für Nutzer geändert hat

Erstaunlich wenig. Weder beim Verkauf an Adevinta noch beim Einstieg der Finanzinvestoren mussten Nutzer ihre Merkliste neu aufbauen oder ein neues Konto anlegen.

  • Funktionen wie die Merkliste, gespeicherte Suchen und der Nachrichtenbereich blieben beim Markenwechsel unverändert.
  • Wer Artikel auf der Merkliste hatte, fand sie nach der Umstellung an derselben Stelle wieder.
  • Nutzerkonto, Bewertungen und Merkliste wurden eins zu eins übernommen.
  • Die Merkliste in der App synchronisiert sich weiterhin mit der Webseite.
  • Ein Klick auf das Herzsymbol legt eine Anzeige weiterhin auf die Merkliste.

Spürbar sind eher die schrittweisen Produktänderungen der vergangenen Jahre: mehr kostenpflichtige Zusatzoptionen für gewerbliche Anbieter, strengere Regeln gegen Betrugsversuche und der Versand über die Plattform. Diese Entwicklungen hängen weniger am Namen des Eigentümers als an der Frage, wie ein kostenloser Marktplatz mit zweistelligen Millionenzahlen an Anzeigen wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Für die Antwort auf die Frage, wem Kleinanzeigen gehört, bleibt es bei einer Kette: deutsche Gesellschaft, europäischer Konzern, internationale Finanzinvestoren. eBay steht nur noch in den Fußnoten.

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