Erstellt von Lana

Gründer von Microsoft: Bill Gates, Paul Allen und die Garage, die es nie gab

letzte Aktualisierung: März 2026

Microsoft ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, und sein Gründer ist längst zur Legende geworden. Doch die Geschichte von Microsoft beginnt nicht mit Windows, nicht mit dem PC und nicht in einer Garage – sondern mit zwei Schulfreunden, einem Zeitschriftenartikel und einem BASIC-Interpreter, den sie in acht Wochen schrieben, obwohl sie noch keine einzige Zeile Code für ihn hatten.

Die zwei Gründer von Microsoft

Microsoft wurde am 4. April 1975 von Bill Gates und Paul Allen in Albuquerque, New Mexico, gegründet. Die beiden kannten sich seit ihrer Schulzeit an der privaten Lakeside School in Seattle, wo sie ihre Begeisterung für Computer und Programmierung teilten. Gates war zwei Jahre jünger als Allen, beide rissen die Nutzung des einzigen Schulcomputers an sich und schlichen sich später in Computerlabore der University of Washington ein.

Person Geburtsdatum Anteil bei Gründung Rolle
Bill Gates 28. Oktober 1955 60 % (später 64 %) CEO, Chefentwickler
Paul Allen 21. Januar 1953 40 % (später 36 %) Technischer Direktor, Visionär

Bill Gates: Der Sohn des Rechtsanwalts

William Henry Gates III wurde am 28. Oktober 1955 in Seattle, Washington, geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt, seine Mutter Mitglied mehrerer Unternehmensvorstände. Gates wuchs in einem intellektuell anspruchsvollen Umfeld auf und besuchte die Lakeside School, wo er mit 13 Jahren zum ersten Mal mit Computern in Berührung kam. Die Schule hatte einen Computerterminal gemietet, Gates und Allen verbrachten dort jede freie Minute.

1973 begann Gates ein Studium an der Harvard University. Dort verbrachte er den Großteil seiner Zeit jedoch im Computerraum statt im Hörsaal. Er lernte Steve Ballmer kennen, seinen späteren CEO. Ende 1974 überzeugte ihn Allen, gemeinsam einen BASIC-Interpreter für den neuen Altair 8800 zu entwickeln. Gates brach sein Studium ab – und gründete Microsoft.

Paul Allen: Der Visionär mit dem Zeitschriftenartikel

Paul Gardner Allen wurde am 21. Januar 1953 in Seattle geboren. Sein Vater arbeitete als stellvertretender Direktor der Bibliothek der University of Washington, seine Mutter als Lehrerin. Allen studierte an der Washington State University, brach das Studium nach zwei Jahren ab und arbeitete als Programmierer bei Honeywell in Boston.

Im November 1974 kaufte Allen die Zeitschrift Popular Electronics und las darin einen Artikel über den Altair 8800 – den ersten Heimcomputer für jedermann. Allen erkannte sofort: Die Mikrocomputer-Revolution hatte begonnen. Er rief Gates an, der noch in Harvard war, und überzeugte ihn, dass sie einen BASIC-Interpreter für diesen Computer entwickeln müssen. Dieser Moment war der eigentliche Startschuss für Microsoft.

Der Bluff, der Microsoft begründete: Gates und Allen kontaktierten MITS, den Hersteller des Altair 8800, und boten ihnen einen fertigen BASIC-Interpreter an. Den hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschrieben. MITS war interessiert und lud Allen zur Vorführung ein. In acht Wochen schrieben Gates und Allen den Interpreter vollständig neu – Gates programmierte, Allen entwickelte auf einem DEC-Rechner einen Emulator des Altair-Prozessors. Die Vorführung funktionierte. Gates war 19 Jahre alt, Allen 22.

Die Gründung am 4. April 1975

Am 22. Juli 1975 schlossen Gates und Allen einen Lizenzvertrag mit MITS. Der offizielle Gründungstag von Microsoft ist der 4. April 1975 – der Tag, an dem die Partnerschaft formell besiegelt wurde. Der Name „Micro-Soft“ – mit Bindestrich und großem S – war bereits am 29. November 1975 in einem Brief von Gates an Allen erwähnt worden, als früheste bekannte schriftliche Referenz.

Das Unternehmen hatte seinen ersten Sitz in Albuquerque, New Mexico – nicht in einer Garage in Seattle. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, entspricht aber nicht den Fakten. Der erste Jahresumsatz von Microsoft betrug 16.005 US-Dollar.

Der Coup mit IBM und MS-DOS

Microsofts eigentlicher Durchbruch kam 1980 durch eine Kooperation mit IBM. IBM benötigte für seinen neuen IBM PC dringend ein Betriebssystem. Gates schickte die IBM-Unterhändler zunächst zu Digital Research, dem Inhaber des damals gängigen CP/M-Systems. Die Verhandlungen scheiterten jedoch. Daraufhin kaufte Microsoft das Betriebssystem 86-DOS für 50.000 US-Dollar – maßgeblich auf Initiative Allens – und lizenzierte es an IBM als MS-DOS.

Dieser Deal war der Wendepunkt. IBM-kompatible PCs wurden in den 1980er Jahren millionenfach verkauft. Mit jedem PC, auf dem MS-DOS lief, verdiente Microsoft Lizenzgebühren. Gates hatte darauf bestanden, die Rechte an MS-DOS zu behalten und es nur zu lizenzieren, statt es zu verkaufen. Dieser eine strategische Entscheid machte Microsoft zum dominanten Softwareunternehmen der Welt.

Jahr Meilenstein
1975 Gründung in Albuquerque, Altair BASIC, Umsatz: 16.005 USD
1979 Umzug nach Bellevue, Washington
1980 IBM-Deal, Kauf von 86-DOS für 50.000 USD
1981 MS-DOS erscheint mit dem IBM PC
1983 Paul Allen verlässt Microsoft wegen Krebserkrankung
1985 Windows 1.0 erscheint
1986 Börsengang, Gates wird Milliardar
2000 Gates gibt CEO-Posten an Steve Ballmer ab
2018 Paul Allen stirbt mit 65 Jahren an Krebs

Das Ende der Partnerschaft

Gates und Allen waren nicht immer einer Meinung. In Allens Autobiografie „Idea Man“ beschreibt er, wie Gates Allens ersten Anteil von 40 auf 36 Prozent reduzierte – sehr zu Allens Verdruss. „Das ist der Unterschied zwischen dem Sohn eines Rechtsanwalts und dem Sohn eines Bibliothekars“, schrieb Allen verbittert. Gates nutzte die Anteile, um Steve Ballmer 1980 ins Unternehmen zu holen.

1982 wurde bei Allen ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. In dieser Situation – so beschreibt es Allen in seiner Biografie – habe Gates die nachlassende Produktivität des erkrankten Gründers als Anlass genutzt, über eine weitere Verwässerung seiner Anteile nachzudenken. Allen verließ Microsoft 1983. Er blieb dem Unternehmen als strategischer Berater erhalten, verkaufte aber im Laufe der Jahre den Großteil seiner Anteile.

Allens Vermächtnis: Paul Allen starb am 15. Oktober 2018 in Seattle an den Folgen einer Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankung. Er hatte sein Vermögen in Kunst, Sporteams (Seattle Seahawks, Portland Trail Blazers), Wissenschaft und Philanthropie investiert. Sein geschätztes Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes: rund 20 Milliarden US-Dollar. Die Ironie der Geschichte: Wäre Allen nie bei Microsoft ausgeschieden und hätte seine Anteile gehalten, hätte er heute eines der größten Vermögen der Welt.

Bill Gates heute

Gates übergab den CEO-Posten im Jahr 2000 an Steve Ballmer und zog sich 2008 aus dem Tagesgeschäft zurück. Seither widmet er sich hauptsächlich der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die globale Gesundheitsinitiativen, Bildung und Armutsbekämpfung fördert. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 118 Milliarden US-Dollar gilt er als einer der reichsten Menschen der Welt.

Microsoft selbst ist unter CEO Satya Nadella, der 2014 das Ruder übernahm, zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Mit Cloud-Diensten wie Azure und der milliardenschweren Beteiligung an OpenAI hat das Unternehmen einen zweiten Frühling erlebt.

Was Gründer daraus lernen können

Die Geschichte von Microsoft zeigt, wie entscheidend der richtige Moment und die richtige strategische Weichenstellung sind. Der IBM-Deal wäre gescheitert, hätte Gates nicht darauf bestanden, MS-DOS nur zu lizenzieren. Der BASIC-Interpreter wäre nie entstanden, hätte Allen nicht den Popular-Electronics-Artikel gelesen. Und Microsoft wäre nie gebaut worden, hätte Gates nicht das Mut aufgebracht, Harvard abzubrechen.

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Fazit: Wer hat Microsoft gegründet?

Microsoft wurde am 4. April 1975 von Bill Gates und Paul Allen in Albuquerque, New Mexico, gegründet. Gates war 19 Jahre alt, Allen 22. Aus einer Software-Partnerschaft mit einem Jahresumsatz von 16.005 Dollar wurde eines der wertvollsten Unternehmen der Geschichte. Die Partnerschaft der beiden endete 1983, als Allen wegen seiner Krebserkrankung ausschied – aber das Unternehmen, das sie gemeinsam aufgebaut hatten, blieb.

Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/ein-glas-bier-wIBDrEv73xY

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