Erstellt von Lana

Kodi insolvent: Schutzschirmverfahren 2024, Filialschließungen und aktueller Stand 2026

letzte Aktualisierung: März 2026

Aktualisierung – März 2026

Dieser Artikel wurde im März 2026 vollständig neu verfasst. Kodi stellte am 28. November 2024 Antrag auf Schutzschirmverfahren. 150 Filialen wurden an ein Investorenkonsortium verkauft, 80 Filialen geschlossen. Die Marke Kodi besteht mit rund 150 Standorten weiter.

Kodi auf einen Blick – Stand: März 2026

Insolvenzstatus Ja. Schutzschirmverfahren 28. November 2024, Insolvenzverfahren eröffnet 1. März 2025.
Ergebnis 150 Filialen von Investorenkonsortium übernommen (ab 1. April 2025). Marke Kodi besteht weiter.
Geschlossene Filialen 80 von 230 Filialen geschlossen. Abwicklung bis Ende Juni 2025 abgeschlossen.
Gerettete Stellen Rund 1.200 (von ursprünglich 1.800). Ca. 520 Stellen gestrichen.
Neuer Eigentümer Investorenkonsortium um Gesellschafter Richard Nölle
Insolvenzgericht Amtsgericht Duisburg (Sachwalter: Dr. Marc d’Avoine)

Kodi, der Haushaltswaren-Discounter mit Sitz in Oberhausen, hat Ende 2024 Insolvenz beantragt. Das Unternehmen, das seit 1981 existiert und zeitweise über 250 Filialen betrieb, geriet durch Kundenzurückhaltung und stark gestiegene Kosten in eine finanzielle Schieflage. Das Ergebnis: Ein Drittel der Filialen wurde geschlossen, der Rest unter neuer Eigentümerschaft fortgeführt.

Kodi-Kunden, die in einer der 150 verbliebenen Filialen einkaufen, merken von dem Verfahren kaum etwas. Die Läden sind geöffnet, das Sortiment unverändert, lediglich der Eigentümer im Hintergrund hat gewechselt. Wer allerdings in einer der 80 geschlossenen Filialen eingekauft hat, muss sich eine neue Anlaufstelle suchen.


Chronologie

Vom Schutzschirm zur Teilrettung: Was bei Kodi passiert ist

Kodi gehört zu den ältesten Haushaltswaren-Discountern in Deutschland. Das 1981 gegründete Unternehmen mit Sitz in Oberhausen war vor allem in Nordrhein-Westfalen stark vertreten und vertrieb Produkte aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Heimwerken, Textilien und Drogeriebedarf. Im Jahr 2024 erwirtschaftete Kodi noch rund 130 Millionen Euro Umsatz bei etwa 1.800 Mitarbeitern und 238 Filialen.

Doch der Gegenwind wurde immer stärker. Kunden kauften weniger ein, während Energie-, Fracht- und Werbekosten deutlich stiegen. Das Unternehmen versuchte mit Sortimentsstraffung und der Schließung einzelner Filialen gegenzusteuern, ohne nachhaltigen Erfolg.

Am 28. November 2024 stellte die KODi Diskontläden GmbH beim Amtsgericht Duisburg einen Antrag auf Schutzschirmverfahren. Am 1. März 2025 eröffnete das Amtsgericht Duisburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Dr. Marc d’Avoine von ATN Rechtsanwälte wurde als Sachwalter bestellt.

Zeitstrahl: Kodi 2024 bis 2026

28. November 2024: Kodi stellt Antrag auf Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Duisburg. Sanierungsgeschäftsführer von GÖRG werden eingesetzt. Betrieb läuft unverändert weiter.

1. März 2025: Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Investorensuche läuft, zehn Interessenten melden sich.

26. März 2025: Kodi gibt bekannt: 80 Filialen werden geschlossen, 520 Stellen gestrichen. Investorenkonsortium um Richard Nölle übernimmt 150 Filialen.

1. April 2025: Betriebsübergang der 150 Filialen an das neue Konsortium. 1.200 Arbeitsverträge gehen auf den neuen Eigentümer über.

13. Mai 2025: Übernahmevertrag final unterzeichnet. Gläubigerausschuss stimmt zu. 150 Filialen und 1.200 Jobs offiziell gesichert.

Ende Juni 2025: Abwicklung der 80 Schließungsfilialen abgeschlossen.

September 2025: Interner Konflikt: Mehrheitseigner Fabian Grund (51 Prozent) tritt von der Geschäftsführung zurück. Spannungen mit Mitgesellschafter Richard Nölle belasten den Neustart.


Hintergründe

Warum Kodi in die Insolvenz geraten ist

Kodi steht exemplarisch für die schwierige Lage vieler Non-Food-Discounter in Deutschland. Das Geschäftsmodell, günstige Marken- und Eigenmarkenprodukte für den Haushalt anzubieten, geriet zwischen mehreren Entwicklungen in die Klemme.

Konsumzurückhaltung: Die Kauflaune der deutschen Verbraucher war 2023/2024 deutlich gedrückt. Non-Food-Artikel wurden besonders zurückhaltend gekauft, was bei Kodi zu massiven Umsatzeinbrüchen führte.

Kostenexplosion: Energie-, Fracht- und Werbekosten stiegen gleichzeitig deutlich. Die Kombination aus weniger Umsätzen und höheren Kosten zehrte die Marge auf.

Wettbewerbsdruck: Kodi konkurriert direkt mit Action, Woolworth, Tedi und dem Online-Handel. Das Marktumfeld für Haushaltswaren-Discounter hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft.

Strukturelle Schwäche: Die Insolvenzzahl in Deutschland erreichte 2024 ein Neun-Jahres-Hoch. Viele Einzelhandelsunternehmen gerieten in dieser Phase in Schwierigkeiten, Kodi war kein Einzelfall.


Aktueller Stand

150 Filialen gerettet, aber der Neustart holpert

Das Insolvenzverfahren ist abgeschlossen, der Betrieb läuft weiter. Das Investorenkonsortium um Richard Nölle hat die 150 verbliebenen Kodi-Filialen übernommen und führt sie unter der vertrauten Marke fort. Für Stammkunden dieser Standorte ändert sich im Alltag nichts, das Sortiment bleibt wie gewohnt.

Allerdings zeigen sich erste Risse im Neustart. Im September 2025 trat Fabian Grund, der mit 51 Prozent Mehrheitseigner war, überraschend von der Geschäftsführung zurück. Hintergrund ist laut Berichten ein Zerwürfnis mit dem Mitgesellschafter Richard Nölle. Wie der Konflikt gelöst wird und was er für die langfristige Stabilität des Unternehmens bedeutet, war zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Artikels noch offen.

Branchenkontext: Kodi ist nicht der einzige Einzelhändler, der 2024/2025 in Schwierigkeiten geriet. Auch Woolworth-Lieferanten, Depot, Takko und andere Ketten mussten sich restrukturieren. Der stationäre Non-Food-Handel kämpft branchenübergreifend mit sinkender Frequenz und steigendem Online-Wettbewerb.


Fazit

Kodi ist insolvent gewesen, besteht aber weiter

Bewertung – März 2026

Kodi durchlief 2024/2025 ein Insolvenzverfahren. Schutzschirm November 2024, Verfahren eröffnet März 2025.
80 von 230 Filialen wurden geschlossen. Rund 520 Stellen gingen verloren, davon 40 in der Oberhausener Zentrale.
150 Filialen wurden durch ein Investorenkonsortium um Richard Nölle übernommen. 1.200 Arbeitsplätze gesichert.
Die Kodi-Filialen sind geöffnet, das Sortiment unverändert. Für Kunden an erhaltenen Standorten ändert sich nichts.
Gesellschafterstreit im September 2025 bremst den Neustart. Mehrheitseigner Fabian Grund trat von der Geschäftsführung zurück.

Kodi hat die Insolvenz überstanden, aber nicht ohne erhebliche Einschnitte. Ein Drittel der Filialen und rund 520 Stellen wurden im Zuge der Restrukturierung gestrichen. Die verbliebenen 150 Standorte werden unter der Marke Kodi weiterbetrieben. Ob das Unternehmen langfristig in der hart umkämpften Haushaltswaren-Branche bestehen kann, wird der Markt zeigen.

Der Gesellschafterkonflikt vom Herbst 2025 ist ein Warnzeichen: Die operative Rettung alleine reicht nicht, wenn die Eigentümerstruktur des Unternehmens instabil bleibt.


Quellen

  • KODi Diskontläden GmbH: Pressemitteilungen 2024/2025
  • GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten: Pressemitteilung Schutzschirmverfahren, Dezember 2024
  • RWS Verlag: Vertrag unterzeichnet, 13. Mai 2025
  • retail-news.de: Führungskrise Kodi, September 2025
  • lebensmittelpraxis.de: Investor rettet 150 Kodi-Filialen, Mai 2025

© All rights reserved.