letzte Aktualisierung: März 2026
Aktualisierung – März 2026
Dieser Artikel wurde im März 2026 vollständig neu verfasst. EPP Solar ist seit Mai 2025 insolvent. Das Amtsgericht Hamburg eröffnete das Insolvenzverfahren am 28. Juli 2025. Die Website ist offline, der Geschäftsbetrieb eingestellt. Dieser Artikel fasst den vollständigen Verlauf zusammen und erklärt, was betroffene Kunden jetzt tun können.
EPP Solar auf einen Blick – Stand: März 2026
| Insolvenzstatus | Ja, insolvent. Antrag gestellt am 6. Mai 2025. |
| Insolvenzveröffnung | 28. Juli 2025, Amtsgericht Hamburg |
| Firma | EPP Energy Peak Power GmbH, Sitz Hamburg |
| Produkte | Balkonkraftwerke, Photovoltaik-Speicher, Solarmodule |
| Geschäftsbetrieb | Eingestellt. Website offline, kein Kundenservice, keine Lieferungen. |
| Kunden | Forderungen müssen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Gewährleistung nicht mehr durchsetzbar. |
EPP Solar war einer der bekanntesten Anbieter von Balkonkraftwerken in Deutschland. Das Unternehmen aus Hamburg hatte nach eigenen Angaben über 30.000 Produkte verkauft und galt nach einem Warentest-Sieg als günstige erste Adresse für Steckersolar. Im Frühjahr 2025 brach der Betrieb zusammen: Lieferungen blieben aus, der Kundenservice war nicht mehr erreichbar, die Website ging offline.
Die Antwort auf die zentrale Frage ist eindeutig: Ja, EPP Solar ist insolvent. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt, das Insolvenzverfahren läuft. Stand März 2026 gibt es keine Anzeichen für einen Neustart.
Chronologie
EPP Energy Peak Power GmbH wurde 2015 in Hamburg gegründet und spezialisierte sich auf steckfertige Solaranlagen für Balkone. Während des Solarbooms 2022/23 wuchs das Unternehmen schnell. Nach eigenen Angaben wurden über 30.000 Produkte verkauft, der Umsatz soll über 45 Millionen Euro gelegen haben. Das Sortiment umfasste Balkonkraftwerke, Speicher, Wechselrichter und Komplettsets. Verwaltung und Unterstützungsteams befanden sich auch in Indien, weitere Standorte gab es in Frankfurt, Köln, Stuttgart, München, Dresden und Berlin.
Ab Anfang 2025 häuften sich Beschwerden. Kunden berichteten über wochenlange Lieferverzögerungen, defekte Produkte ohne Reaktion beim Kundenservice, zurückgewiesene E-Mails und nicht erreichbare Telefonnummern. Viele hatten bereits im Voraus bezahlt und standen ohne Ware da.
Am 6. Mai 2025 stellte EPP Energy Peak Power GmbH den Insolvenzantrag. Am 28. Juli 2025 eröffnete das Amtsgericht Hamburg offiziell das Insolvenzverfahren. Ein Hamburger Rechtsanwalt wurde als Insolvenzverwalter bestellt.
Mit der Insolvenz wurde der Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Die Website epp.solar ist offline. Neue Bestellungen sind nicht möglich. Lager in Sülzetal bei Magdeburg und alle Kontaktkanäle sind nicht mehr aktiv. Stand Oktober 2025 bis März 2026 gibt es keine Aktivität mehr.
Zeitstrahl: EPP Solar 2024 bis 2026
2024 Jahresmitte: EPP Solar gewinnt Warentest-Vergleich, starker Bestellzulauf. Erstes Zeichen von Lieferproblemen.
Anfang 2025: Massiv steigende Kundenbeschwerden. Lieferungen bleiben aus, Kundenservice nicht mehr erreichbar, E-Mails werden zurückgewiesen.
6. Mai 2025: Insolvenzantrag. EPP Solar teilt Kunden mit, dass Gewährleistungsansprüche nicht mehr bedient werden können.
28. Juli 2025: Amtsgericht Hamburg eröffnet das Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter wird bestellt.
Stand März 2026: Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Website offline. Kein Hinweis auf Neustart.
Hintergründe
Die genauen internen Gründe für die Insolvenz hat EPP Solar nicht öffentlich erläutert. Branchenexperten und das Marktumfeld liefern aber eine plausible Erklärung:
Nachfrageeinbruch 2024: Der Solarmarkt kühlte sich 2024 deutlich ab, nachdem die Rekordnachfrage von 2022/23 abgeebbt war. EPP Solar hatte seine Strukturen auf weiteres Wachstum ausgerichtet.
Preisdruck durch China: Chinesische Hersteller drückten die Preise für Balkonkraftwerke und Solarkomponenten massiv. Wer Günstigenpreise als Geschäftsmodell hatte, konnte nicht mehr profitabel arbeiten.
Mögliche Vorauskassen-Problematik: EPP Solar verlangte teilweise Vorauszahlungen, besonders bei Auslandsbestellungen. Wenn die Liquidität für den Einkauf von Waren nicht reichte, konnten bezahlte Bestellungen nicht mehr ausgeliefert werden.
Strukturschwache Qualitätskontrolle: Kundenbeschwerden über defekte Produkte und mangelhaften Service häuften sich schon vor der Insolvenz. Das deutet auf interne Probleme hin, die weit über die allgemeine Marktlage hinausgehen.
EPP Solar ist kein Einzelfall in der Branche. Zahlreiche andere Solaranbieter wie Eigensonne, Amia Energy, Envoltec, Wegatech Greenergy oder Solarmax gingen ebenfalls 2024 und 2025 insolvent. Die gesamte Solarbranche erlebt eine Bereinigung nach dem Boom der Jahre 2022 und 2023.
Wichtiger Kundenhinweis
Wer noch auf Lieferung wartet oder Geld eingezahlt hat, ohne die Ware zu erhalten, steht vor einem schwierigen Unterfangen. Die wichtigsten Schritte im Überblick:
Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden: Alle offenen Forderungen gegen EPP Solar müssen im laufenden Insolvenzverfahren beim Insolvenzverwalter des Amtsgerichts Hamburg angemeldet werden. Die Fristen sind begrenzt.
Käuferschutz nutzen: Wer per PayPal, Kreditkarte oder über einen Marktplatz wie Amazon oder Otto bezahlt hat, kann unter Umständen ein Chargeback- oder Käuferschutzverfahren einleiten. Das Zeitfenster ist aber begrenzt, schnelles Handeln ist wichtig.
Herstellergarantie direkt einfordern: Für bereits gelieferte, aber defekte Produkte kann die Herstellergarantie oft direkt beim jeweiligen Hersteller (z.B. Marstek, Growatt) eingefordert werden, unabhängig von EPP Solar.
Verbraucherzentrale kontaktieren: Verbraucherzentralen bieten spezielle Beratung zu Insolvenzfällen bei Energiedienstleistern an. Das ist ein sinnvoller erster Schritt, besonders wenn höhere Summen involviert sind.
Realistisch bleiben: Bei Insolvenzen erhalten ungesicherte Gläubiger wie Privatkunden erfahrungsgemäß nur einen Bruchteil ihrer Forderungen zurück. Wer weniger als 500 Euro verloren hat, sollte abwägen, ob der Aufwand einer Forderungsanmeldung verhältnismäßig ist. Bei größeren Summen lohnt sich anwaltliche Beratung.
Fazit
Bewertung – März 2026
| EPP Solar ist insolvent. Insolvenzantrag am 6. Mai 2025, Verfahrensteröffnung am 28. Juli 2025. | |
| Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Website offline, kein Kundenservice, keine Lieferungen. | |
| Kein externer Investor, kein Neustart in Sicht. Das Unternehmen wird abgewickelt. | |
| Viele Kunden haben für Ware bezahlt, die sie nie erhalten haben. Chancen auf Rückerstattung gering. | |
| Betroffene Kunden sollten Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden und Käuferschutz nutzen. | |
| Herstellergarantien für gelieferte Produkte (z.B. Growatt, Marstek) können direkt beim Hersteller eingefordert werden. |
EPP Solar zeigt, wie schnell ein Unternehmen scheitern kann, das in einem boomenden Markt schnell gewachsen ist, aber keine stabilen Strukturen aufgebaut hat. Vom Warentest-Testsieger 2024 zum insolventen Unternehmen 2025 – der Verlauf mahnt zur Vorsicht bei Onlinehändlern, die ausschließlich über den Preis konkurrieren.
Wer ein Balkonkraftwerk kaufen möchte, sollte auf etablierte lokale Anbieter, nachweisliche Bonität und die Möglichkeit zur persönlichen Kontaktaufnahme achten.
Quellen
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